Woher nimmst du nur die Zeit fürs Training? – Marathon-Gedanken 10 Wochen vor Berlin

Wenn die Zeit kommt, in der man könnte, ist die vorüber, in der man kann. (Marie von Ebner Eschenbach)

Vor 2 Wochen habe ich geschrieben, dass ich die Sache mit der Ernährung nicht so ernst wie mein Training nehme. So zumindest haben einige reagiert und dabei auch deutliche Worte gefunden.

Dabei stimmt das gar nicht. Selbstverständlich verbringe ich mehr Zeit mit dem Essen als mit dem Sport. Dürfte bei den meisten der Fall sein. Nur – und das ist der Punkt – ordne ich nicht meine Ernährung dem Training für den Marathon unter. Und in diesem Punkt hat Jörg Recht.

Eine mögliche Erklärung dafür gibt es heute. Denn heute möchte ich mich einem weiteren oft gefragten Thema widmen, der Frage: Woher nimmst du nur die Zeit für das Training?

Woher nimmst du nur die Zeit für das Training?

Wie integrierst du dein Training in den Alltag und kriegst Job, Familie und Trainingsplan unter einem Hut?

Auch so eine Frage, die mir nicht selten gestellt wird. Dabei hat jeder Mensch zwar völlig unterschiedliche Voraussetzungen, doch eines eint uns alle: Wir haben jeden Tag 24 Stunden Zeit. 24 Stunden, die wir unterschiedlich nutzen.

Als Führungskraft in einem mittelständischen Unternehmen ist mein größter “Zeitfresser” der Job. Neben (meist) deutlich über 40 wöchentlichen Stunden kommen noch regelmäßig unregelmäßige Dienstreisen hinzu. Und das ist gut so – denn mein Job ist abwechslungsreich und macht mir Spaß.

Ich mag die Herausforderung, die Möglichkeit meine Kollegen (und mich) zu fördern und zu fordern und mit ihnen gemeinsam eine Firma zu entwickeln, die zudem in den letzten Jahren sehr erfolgreich war.

Doch selbstverständlich kostet das Energie. Vor allem geistig, denn körperlich ist so ein Job zwischen Meetings, Bürosessel und Gesprächen auf dem Gang natürlich alles andere als fordernd. Und hier kommt der Sport ins Spiel. Das Training ist für mich der perfekte Ausgleich dafür und deshalb muss ich dem Zeit in meinem Kalender einräumen.

Doch auch geistigen Ausgleich brauche ich und da hilft mir der arbeitsreiche Blog hier und natürlich ein funktionierendes Sozialleben. Als Single ist man diesbezüglich nicht so extrem an Verpflichtungen gebunden und kann sein Leben freier gestalten. Trotzdem besteht selbstverständlich der Wunsch nach Gemeinschaft.

Danach wertvolle Zeit mit Freunden und der Familie zu verbringen. Echte “Quality Time” eben und diesem Wunsch darf man unbedingt nachkommen, um ein ausgewogenes und glückliches Leben zu führen. Eine Lektion, die ich gleich am Anfang meiner “Sportlerkarriere” schmerzvoll lernen durfte.

Und dann ist da noch der Schlaf, denn schlafen ist wichtig. Und schon habe ich die 24 Stunden gefüllt. Auf meine Art eben…

Warum mein TV unbenutzt verstaubt

Unter den erwähnten Voraussetzungen habe ich nun Prioritäten gesetzt. Prioritäten, die wechseln und sich verschieben, aber die ich mir immer wieder bewusst mache. Und steht auf dieser Prioritätenliste gerade der Sport ganz weit oben, dann ergeben sich fast automatisch Zeitfenster.

Mein TV staubt zum Beispiel nahezu unbenutzt im Wohnzimmer herum, Nachrichten konsumiere ich nur noch in absoluten Ausnahmefällen und meinen (zu langen) staureichen Arbeitsweg habe ich so verkürzt, dass ich meist direkt vom Büro aus mit dem Training beginne und so erst später zu Hause bin. Der Stau hat sich dann bereits reduziert und ich spare mir so fast eine halbe Stunde am Tag.

Apropos Arbeitsweg – seit 10 Jahren pendle ich fast täglich 2 Stunden (hin und zurück) ins Büro und damit ist jetzt Schluss. Ich ziehe um und damit werden aus 2 Stunden nur noch 10 Minuten. Endlich mehr Zeit für Sport… 😉

Natürlich gibt es Wochen, da fällt es mir schwer, die notwendige Zeit fürs Training unterzubringen. Doch ein Grund, warum ich aktuell die Herausforderung Marathon so liebe, ist, dass man mit gut 6 Stunden Training pro Woche ganz gut hinkommt. Und so viel Zeit für Sport habe ich eigentlich immer. Naja besser heißt es – ich nehme sie mir.

Schwieriger ist da schon das Training für längere Triathlon, wo man schon wöchentlich 10 Stunden und mehr aufbringen muss. Das war zeitweise richtig stressig und seit dem ich den Blog hier habe, auch neben der Pendelei nicht mehr möglich. Denn der Blog ist mir eben nicht weniger wichtig…

Gute Planung ist die halbe Miete

Aber wie mache ich das nun konkret? Jeden Sonntag setze ich mich in meinem Wochenreview hin, plane die Trainingseinheiten für die Folgewoche und trage sie mir in meinem Kalender ein.

Das ist dann mein Fahrplan für die Woche. Natürlich bleibt es selten dabei, dass ich das wie geplant durchziehen kann. Da ergeben sich kurzfristig Termine und Dienstreisen, da kommt der plötzliche Biergartenbesuch dazwischen oder – auch das passiert – ich habe einfach mal keine Lust

Was ich dann aber immer tue ist, dass ich mich kurz hinsetze und meine Sporttermine umplane. Ich lasse also nicht die Trainingseinheit einfach sausen, sondern überlege mir, was ich den Rest der Woche wie und wann tun will. Ein für mich sehr wichtiger Aspekt, der auch zeigt, wie wichtig mir der Sport ist. Er ist kein Anhängsel in meinem Leben und schon gleich gar kein notwendiges Übel – er ist ein Teil von mir (geworden). Ein Teil, ohne dem ich auf Dauer nicht komplett bin.

Wenn du jetzt denkst, dass mein Leben perfekt strukturiert und durchgetaktet ist – Pustekuchen! Auch ich verschwende regelmäßig Zeit – und das am liebsten auf Facebook, Instagram & Co.

So lief die vergangene Trainingswoche

Im Mittelpunkt der letzten Woche standen die Umzugsvorbereitungen und so habe ich bewusst sportlich eine Ruhewoche eingeplant. Dennoch war ich dreimal laufen.

Am Mittwoch eine kleine Runde, um den Kopf nach einem anstrengenden Arbeitstag frei zu bekommen. Und am Donnerstag bin ich mit den Arbeitskollegen beim B2Run in München am Start gewesen.

Für mich ist der B2Run ein klasse Event und jedes Jahr schließen sich mehr Kollegen dem Event an, so dass wir am Ende 15 Leute waren. Bei knapp über 60 Angestellten eine richtig gute Quote, wie ich finde. Mit jedem Jahr wird auch der Ehrgeiz größer, einen der Chefs (also mich) zu schlagen. Und diesmal hat es geklappt. 20 Sekunden war ein junger Kollege vor mir im Ziel.

Super – ich hab mich richtig für ihn gefreut. Naja und mit 27:41min auf 6km war ich mit meiner Leistung auch sehr zufrieden. Den schönen Abend ließen wir dann noch bei Pizza & Bier ausklingen und schon am nächsten Tag stand das jährliche Sommerfest der Firma an.

Tja und nach einem tollen Abend habe ich wieder einmal das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden und bin am nächsten Morgen 10km gelaufen, um mein stehen gelassenes Auto abzuholen. Das wars dann aber auch mit dem Training, wenn man Kisten schleppen mal nicht als Stabitraining verbucht. 😉

Die Woche in Zahlen:

  • 22,3km Laufen in 2:04h

Das plane ich diese Woche

Diese Woche startet mein „offizieller“ Trainingsplan für Berlin. Wie der ausschaut, verrate ich dir nächste Woche. Allerdings weiß ich schon jetzt, dass das nicht realistisch ist. Neben dem eigentlichen Umzug am Wochenende habe ich noch eine Dienstreise auf dem Plan. Da nützen auch zwei freie Tage nichts, denn die finden in der neuen Wohnung statt.

Schaun mer mal – sag der Bayer und ich nehme mit was ich kann…

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Über den Autor: Torsten Pretzsch

Ich bin 2008 von der Couch aufgestanden, um ein sportlicheres Leben zu führen. Begonnen mit einer Laufrunde von 15 Minuten, lief ich Jahre später Marathon und absolvierte einen Ironman.

Mit dem ausdauerblog möchte ich meine Vision verwirklichen, über 50.000 Menschen dauerhaft zum Laufen zu bringen.

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1 Gedanke zu „Woher nimmst du nur die Zeit fürs Training? – Marathon-Gedanken 10 Wochen vor Berlin“

  1. Hey Torsten, ein toller Blogpost. Ehrlich und ich kann jedes Wort super nachvollziehen. Zu allererst: Dass du deine Zeit verschwendest denke ich kaum, egal ob es für Instagram oder Facebook ist, denn das zählt für uns Blogger zur Arbeitszeit. Recherchieren, kommentieren und auch mal gucken, was so los ist. Nicht jede Minute kann produktiv sein. Das muss ich gerade auch lernen. Wahnsinn, wie du das Ganze neben deinem Bürojob noch schaffst!

    Ich arbeite nun 7 Tage die Woche nur für meine Projekte und meine Firma zu Hause (muss mir allerdings Termine fürs soziale Leben machen und auch Sport, seit ich aus dem Personal Training ausgetreten bin). Zeitmanagement ist heutzutage wichtig, aber ich glaube, dass es noch wichtiger wird, auch Ruhephasen einzubauen. Wir versuchen häufig unglaublich viel zu schaffen, dass die Menschen schon häufig ein schlechtes gewissen haben, einfach mal rumzuliegen und zu gammeln. 🙂 Das sollte mindestens so gut eingeplant werden, wie der Sport. Beste Grüße und viel Erfolg beim Umzug. Catharina

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