So vermeidest du die typischen Fehler, die Frauen beim Jogging machen

Jogging für Frauen: Hier erfährst du welche Fehler Frauen am häufigsten beim Joggen machen und wie du sie in Zukunft vermeiden kannst.

Ein Gastbeitrag von Mandy Jochmann

Jetzt mal ehrlich: Nutzt Du Deine weibliche Superpower beim Laufen? „Meine weibliche WAS?“, wunderst Du Dich womöglich? Deine weibliche Superpower! Denn genau diese untergraben viele Läuferinnen – ständig! 

Häufig unterschätzen sich Frauen – nicht nur beim Laufen – und kehren ihre Leistung unter den Teppich, machen sich selbst klein und trauen sich nur wenig zu. Statt uns nun über uns selbst zu ärgern, zu meckern oder auch im Selbstmitleid zu baden, wird es endlich Zeit, unsere weibliche Superpower zu erkennen, sie aus heraus zu kitzeln und vollends zu nutzen. Auch um das Laufen in vollen Zügen zu genießen! 

Was meine ich mit der weiblichen Superpower? Ich spreche von Deiner Fähigkeit an Dich selbst zu glauben, immer wieder über Dich selbst hinaus zu wachsen und einfach das Beste aus Dir heraus zu holen. Natürlich spreche ich von Deinem Selbstvertrauen. In Kombination mit Deinen körperlichen Stärken kannst Du so beim Laufen über Dich hinauswachsen. Das ist Deine weibliche Superpower als Läuferin!

Aber bedeutet das, dass wir Frauen beim Laufen womöglich etwas falsch machen?

Ja, denn während wir auf der Laufstrecke unterwegs sind, lassen unsere Superpower meist zu Hause versauern… Dabei ist es egal, ob das bewusst oder unbewusst passiert: Damit darf jetzt Schluss sein! 

Sieben dieser Fehler hat Mandy Jochmann, Lauf- und Achtsamkeitstrainerin und Gründerin von Go Girl! Run!, selbst gemacht. Falls Du Dich bei dem ein oder anderen Fehler, den sie Dir aufzeigt, ertappt fühlen solltest, kommen gleich praktische Tipps, wie Du sie künftig vermeiden und an ihnen arbeiten kannst. 

Also, in welchem Punkt erkennst Du Dich wieder?

1. Du glaubst nicht an Dich und Deine Leistung

„Ich bin noch nicht schnell genug!“, „Schneckentempo!“, „Ich werde nie 10 Kilometer am Stück laufen!“. Kommen Dir diese Sätze bekannt vor? Nutzt Du sie vielleicht sogar selbst? 

Wir Frauen tendieren oft dazu, unsere Leistung klein zu machen und uns unter Wert zu verkaufen. Wir stellen uns selbst nur ungern in den Mittelpunkt und haben selten gelernt wirklich stolz auf unsere Leistung zu sein oder damit entsprechend umzugehen. Das führt dazu, dass wir oft nicht an uns und unsere Leistung glauben. Wir geben innerlich schon auf, bevor wir überhaupt losgelaufen sind.

Darum stelle Dir hiermit offiziell Deinen DARF-Schein aus: Du darfst stolz auf Dich und Deine Leistung sein! Du darfst an Dich glauben! Und Du wirst es schaffen!

Nicht nur der Glaube versetzt Berge, sondern auch der erste Schritt selbst. Der Schritt, um überhaupt mit dem Laufen zu beginnen, genauso wie der erste Schritt zu einem Marathon. Glaube an Dich und feiere jeden Schritt, jeden Meter und jede Minute, die Du läufst.

Praxistipp: So kannst Du Deine bisherigen Erfolge feiern

Was Dir dabei helfen kann: Bastle Dein persönliches Lauf-Erfolgs-Motivationsboard. Nimm Dir dafür einen Moment Zeit und reflektiere Deine großen und kleinen Lauf-Erfolge, Deine Aha-Momente, Deine schönsten Lauferlebnisse und Laufbekanntschaften. Schreibe Dir alles auf. Danach geht’s dann daran, Bilder und Sprüche zu finden, die dazu passen. Du kannst Dir etwas aus Magazinen ausschneiden oder Deine eigenen Fotos ausdrucken. Stelle alles in einer bunten Collage zusammen. Jetzt hast Du Dein ganz persönliches Motivationsboard, das Dir bunt und groß zeigt, was Du bereits Großartiges erreicht hast. Feiere Dich dafür!

Direkt Hand in Hand mit dem ersten Punkt geht auch der folgende:

2. Du vergleichst Dich zu oft mit anderen Läufer*innen

Egal, ob bewusst oder unbewusst: Vor allem durch die sozialen Medien geraten viele Läufer*innen in einen Strudel des Vergleichens. Oft endet es damit, dass sie Birnen mit Gurken vergleichen und sich selbst und ihre Leistung schlecht machen. 

Was dagegen hilft? 

Drei grundlegende Praxistipps: 

  • Übe Dich in Dankbarkeit fürs Laufen! 

So kannst Du Deinen Fokus weg von dem wenden, von dem Du denkst, dass es Dir in Deinem Laufleben fehlt. Freue Dich über das, was gut läuft. Manchmal reicht hierzu schon das Bewusstsein, dass Du gesund und fit bist und überhaupt läufst. Hilfreich kann meine Dankbarkeitsmeditation für nach dem Laufen sein.

  • Frage Dich: Warum laufe ich? 

Oft erledigen sich bestimmte Vergleiche, wenn Du feststellst, dass Deine Wünsche und Ziele ganz andere sind, als beispielsweise 10 Kilometer unter 45 Minuten zu laufen. Darum ist es wichtig sich genau diese Frage zu beantworten: Warum laufe ICH? 

  • Lasse Dich lieber motivieren!

Wenn Du feststellst, dass Du auf eine ähnliche Leistung aus bist, stelle Dir lieber die Frage, wie genau die andere Läuferin das geschafft hat? Hole Dir Tipps und nutze den Vergleich zur Motivation. Oft hilft das Fragen nach dem “Wie” automatisch dabei, das Bild zu richten. Wenn eine Läuferin beispielsweise fünf Mal die Woche läuft und zusätzlich zwei Mal schwimmen geht, stellst Du womöglich fest: „Alles klar, das wäre bei mir nicht drin!“ Schwups, Birnen mit Gurken verglichen. Weißt Du, was ich meine? 😉 

Jogging für Frauen: Hier erfährst du welche Fehler Frauen am häufigsten beim Joggen machen und wie du sie in Zukunft vermeiden kannst.

3. Du kennst die körperlichen Stärken des weiblichen Körpers nicht!

Natürlich weißt Du, dass der weibliche Körper ein Kracher ist! Das kommt uns Frauen auch beim Laufen zu Gute. Wusstest Du, dass…

… Frauen aufgrund ihres Stoffwechsels die besseren Ultraläufer*innen sind? Wir sind sehr viel ausdauernder als männliche Läufer.

… der Körperschwerpunkt bei Frauen tiefer liegt als bei Männern? Das unterstützt unsere Wendigkeit, bringt Vorteile in der Balance und führt auch dazu, dass Kraft- und Schnelligkeitsdefizite sehr viel besser ausgeglichen werden können.

… das weibliche Herz und die Lunge zwar kleiner sind als die männlichen Organe?. Trotzdem kann unser Herz schneller pumpen und das wiederum kann uns leistungsfähiger machen.

4. Du legst keinen Wert auf einen hochwertigen Sport-BH!

Alle reden von Laufschuhen, dabei sollte für Frauen auch ein zweites Kleidungsstück höchste Priorität haben: Dein Sport-BH! Nur 15 % der sportlich-aktiven Frauen tragen tatsächlich einen Sport-BH, 60 % trainieren mit einem normalen Büstenhalter und liegen dem Trugschluss auf, dass das “schon ausreichen” wird. 

Butter bei die Fische: Brüste sind schön und das sollen sie auch bleiben. Darum achte nicht nur auf die richtigen Schuhe und wie Du Deine Beine dehnst, sondern auch auf Dein Bindegewebe rund um eines unserer schönsten Körperteile! Egal, welche Körbchengröße Du trägst: Ein guter Sport-BH sollte ein unverzichtbares Muss für Dich sein.

Aufgabe des Sport-BHs ist es, Dein Bindegewebe vor dem Ausleiern zu bewahren. Da der Busen keine Muskulatur hat, sondern aus Haut, Fett, Drüsen, Bändern und Bindegewebe besteht, kann er den Job nicht alleine erledigen. Unterstütze ihn mit einem fest sitzenden Sport-BH, in der für Dich passenden Größe. Und Letzteres ist oft schwierig, denn viele Frauen kennen ihre richtige BH-Größe gar nicht. Traue Dich also ruhig mal in ein Dessousgeschäft und lasse Dich fachkundig beraten. 

Wenn Du wissen willst, wie Du den richtigen Sport-BH findest, lies gerne hier nach.

5. Du machst Dir zu viele Gedanken, was andere von Dir denken

Gehörst Du zum Team Tomate? Oder traust Du Dich nur in den Park, wenn Du weißt, dass nur wenige Läufer*innen unterwegs sein werden? Kennst Du den Gedanken: “Was könnten die Leute nur denken, wenn sie mich laufen sehen?”

Viele dieser Gedanken finden alleine in Deinem Kopf statt und der Fehler ist, dass Du Dich der Negativspirale, in die sie Dich ziehen, hingibst. Höre auf, Dir Gedanken darüber zu machen, was andere denken könnten und besinne Dich auf das, was wirklich zählt: 

Deine Gesundheit, Deine Fitness, Deine Ziele, Dein Lauftraining.

Praxistipp: Nutze die Stop-Methode!

Kommen diese Grübeleien vor oder beim Laufen trotzdem auf? Wenn Du Dich dabei erwischst, dass Deine Phantasie mit Dir durchgeht, dann stell’ Dir vor Deinem inneren Auge einfach ein riesiges, rotes Stopp-Schild vor und sage laut oder in Gedanken: “STOPP!”

So kannst Du Deine Gedanken unterbrechen und versuchen Dich direkt etwas anderem zu zu wenden. Beim Laufen kannst Du Dich beispielsweise auf Deine Schritte konzentrieren oder an das gute Gefühl nach dem Training denken. Wichtig ist, dass Du Deine Gedankenspirale erkennst und Dich schnell wieder rausholst. Ich verspreche Dir: Je öfter Du das übst, desto einfacher wird es!

6. Du lässt das Laufen wegen Deiner Periode ausfallen

Jetzt geht’s unter die Gürtellinie – und das ist wichtig, denn oft werde ich gefragt: „Kann ich während der Periode laufen?“ Eine allgemeingültige Antwort darauf gibt es nicht, denn jede Frau nimmt ihre Periode anders war. Die einen kämpfen mit unangenehmen Unterleibsschmerzen, während andere unter extremen Stimmungsschwankungen leiden. Und manche Frauen spüren ihre Menstruation einfach gar nicht wirklich. 

Aus eigener Erfahrung und durch den Austausch mit anderen Läuferinnen kann ich Dir aber empfehlen: Probiere es aus! Ein lockerer Lauf an der frischen Luft kann so manche Beschwerden lindern. Wichtig ist, dass Du es entspannt angehst. Mir hilft das Laufen während der Menstruation und darum empfehle ich auch Dir, es einfach auszuprobieren und in diesen Tagen an Dein eigenes Wohlbefinden zu denken. 

7. Du dankst Deinem Körper zu selten

Kennst Du den Ausspruch „Mein Körper ist mein Tempel“? Vor ein paar Jahren konntest Du mich mit diesem Satz jagen. Mittlerweile weiß ich: Mein Körper ist ein Wunderwerk und mein persönliches Heiligtum. 

Nicht wenige Frauen befinden sich jedoch eher im Krieg mit ihrem Körper und mögen sich selbst nicht. Gründe dafür gibt es viele und doch: Vergiss nie, dass Dein Körper Dir ermöglicht zu leben und zu laufen, Freude zu empfinden und durch alle Höhen und Tiefen zu gehen. 

Praxistipp: Belohne Deinen Körper mit Wohlfühlritualen 

Genau aus diesem Grund ist es so wichtig, die mentale und körperliche Gesundheit zu pflegen und auf sich selbst zu achten. Belohne Deinen Körper regelmäßig mit kleinen Wohlfühl-Ritualen, wie z.B. einem ausgedehnten Eincremen nach dem Duschen, mit einer Massage oder einer entspannenden Fußpflege. Schließlich hilft Dir Dein Körper jedes Mal wieder dabei, beim Laufen richtig powern zu können. Da darfst Du auch mal „Danke“ sagen.

Jogging Frauen: Laufe mit voller Leichtigkeit  & Deiner weiblichen Superpower!

Am Ende liegt es bei Dir, die bewusste Entscheidung zu treffen, Deine persönlichen körperlichen, wie mentalen Stärken für’s Laufen zu nutzen. Hole sie raus, die strahlende, motivierte und starke Läuferin, die in Dir schlummert und erreiche ganz neue Laufziele. 

Bist du bereit für Deine weibliche Super-Laufpower?

Die Autorin

Mandy Jochmann ist Lauf- und Achtsamkeitstrainerin, Autorin des Buches für Laufanfänger „Get Ready to Run“ und Gründerin von Deutschlands erfolgreichstem Laufblog und -Podcast für Frauen – Go Girl! Run! 

Nachdem sie 2013 mit dem Laufen begann, merkte sie schnell, dass Laufen ihr komplettes Leben umkrempelte, ihr neues Selbstbewusstsein, ein positiveres Gespür für den eigenen Körper und vor allem ein gesundes Selbstwertgefühl verlieh. 

Nach mehreren Halbmarathons und Triathlons wurde ihr schließlich klar, dass es im Sport um mehr als Bestzeiten geht. Ihre „Leichter Laufen“-Philosophie teilt sie auf ihrem Blog, dem gleichnamigen Podcast und in  ihren Workshops und Coachings. So hilft sie Läufer*innen dabei, mehr Leichtigkeit, Gelassenheit und Freude in ihr Laufen und auch ihr Leben zu bringen. Mandys Motto: “Keep on Running with a big Smile!”

Mehr über Mandy erfährst du auf ihren Kanälen:

Blog/Website: https://gogirlrun.de
Podcast: https://gogirlrun.de/podcast
Facebook: https://facebook.com/gogirlrun.de
Instagram: www.instagram.com/gogirlrun/

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2 Kommentare

  1. Ich habe eine Sache nicht verstanden, wieso haben jetzt ausgerechnet Frauen diese Probleme? Ich als Mann hatte auch am Anfang gerade viele Probleme beim Joggen 😀

    • Na, ich denke, Frauen sind (leider noch immer) durch Erziehung darauf gepolt, sich, ihren Körper und die eigenen Leistungen sehr kritisch zu betrachten. Vielleicht nimmt dieses Phänomen bei Männern ja zu? Das weiß ich nicht. Ich weiß aber, dass zu viel Eigenkritik hemmt und das ist schade! Ich musste erst 50+ werden, um jetzt zu tun was ich will und was mir gut tut. Ich krieche wie eine Schnecke und übe mich in Gelassenheit zu üben, wenn die anderen an mir vorbei ziehen, ruhig weiter zu laufen und den anderen im Inneren einen guten Weg zu wünschen. „Bleib bei Dir“, das wäre das Mantra, was ich Mädchen und Frauen mit Unsicherheiten auf den Weg geben wollte.

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