
Anzeige: Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit IEA Medical.
Ich schaue fast jeden Morgen auf meine Sportuhr. Ruhepuls, HFV, Body Battery, Schlafqualität. Und ich gebe zu: Ich habe schon mehrfach ein Training ausfallen lassen, weil meine Body Battery angeblich schlecht geladen war. Ohne vorher überhaupt zu checken, wie es mir eigentlich geht. Hinterher habe ich mich jedes Mal darüber geärgert.
Damit bin ich nicht allein, denn immer wieder höre ich, wie Wearables (also Sportuhren, Smartwatches oder Ringe & Co.) immer mehr in unseren Alltag Einzug halten. Praktisch jeder große Hersteller hat dabei inzwischen einen Wert, der dir sagen will, wie du heute drauf bist. Garmin hat die Trainingsbereitschaft und die Body Battery, Whoop die Recovery, Oura die Readiness. Seit September 2026 zieht auch Apple mit einem eigenen Readiness-Wert nach. Ich habe mir diesen ganzen Zahlenzoo deshalb mal genauer angeschaut. Die wichtigste Frage dabei: Was wird wirklich gemessen, und was schätzen die Smartwatches nur?
So sieht eine echte Blutdruck-Messung aus
Um das einzuordnen, hilft ein Blick auf ein Gerät, das wirklich misst. Bei mir liegt gerade das Blutdruckmessgerät für den Oberarm von IEA Medical (Modell ZK-B882). Das Prinzip kennst du aus der Hausarztpraxis: Die Manschette kommt um den Oberarm, pumpt sich auf und misst den Druck in deiner Arterie. Am Ende stehen da zwei Blutdruckwerte und dein Puls. Gemessen an deinem Körper, in genau diesem Moment.
Die Bedienung ist angenehm unkompliziert. Manschette anlegen, Knopf drücken, und die Messung läuft. Die Manschette lässt sich leicht um den Oberarm legen und sitzt bequem. Das Gerät selbst ist leicht und wirkt trotzdem stabil. Das große LED-Display kann ich gut ablesen, und eine farbige Skala zeigt dir direkt, wo dein Wert ungefähr liegt.
Zum Ausprobieren habe ich mehrere Messungen hintereinander gemacht. Die Werte schwankten leicht von Messung zu Messung, waren aber alle plausibel. Das ist übrigens ganz normal, denn auch dein Blutdruck selbst ist keine feste Zahl.
Die Manschette passt für einen Armumfang von etwa 22 bis 42 Zentimetern. Weil das Gerät zwei Nutzerprofile hat, können auch zwei Personen im Haushalt ihre Werte getrennt sammeln. Einen kleinen Haken gibt es: Die Bedienungsanleitung ist sehr klein gedruckt. Wer die Lesebrille sowieso griffbereit hat, ist klar im Vorteil.
Damit du weißt, woran du bist: IEA Medical hat mir das Gerät für diesen Beitrag zur Verfügung gestellt. Ich habe es noch nicht lange im Einsatz. Wie langlebig es ist, habe ich deshalb nicht getestet und kann dir dazu auch nichts sagen.
Wichtig ist mir noch eins: Das Gerät ist ein Medizinprodukt mit CE-Kennzeichnung. Es misst deinen Blutdruck direkt an deinem Arm und liefert dir damit einen echten Messwert. Was dieser Wert für dich bedeutet, ordnest du selbst ein, oder noch besser gemeinsam mit deiner Hausarztpraxis. Warum das so wichtig ist, merkst du gleich, wenn wir uns die Werte deiner Sportuhr anschauen.
Was deine Uhr misst und was sie schätzt
Ein paar Dinge kann deine Uhr richtig gut messen. Beim Training zeichnet sie zuverlässig auf, wie lange du unterwegs warst, und per GPS auch, welche Strecke du gelaufen bist. Dazu kommen dein Puls und deine Schritte über den Tag. Das sind echte Messwerte. Danach hört es mit dem Messen allerdings meist schon auf. Fast alles andere auf dem Display rechnet die Uhr aus diesen wenigen Daten hoch oder schätzt es. Schauen wir uns die wichtigsten Werte mal genauer an.
Puls und Schritte. Der Puls ist die Zahl deiner Herzschläge pro Minute. Die Uhr misst ihn mit einem kleinen Lichtsensor auf der Unterseite, die Schritte zählt sie über die Bewegung deines Handgelenks. Beides klappt ziemlich ordentlich. Übrigens stammen die berühmten 10.000 Schritte aus der Werbung für einen japanischen Schrittzähler aus den Sechzigern. Eine große Auswertung der Universität Sydney zeigt: Rund 7.000 Schritte am Tag bringen beim Sterberisiko fast genauso viel wie 10.000. Das nur am Rande.
VO2max. Das ist deine maximale Sauerstoffaufnahme, also die Menge Sauerstoff, die dein Körper unter voller Belastung aufnehmen und verwerten kann. Sie gilt als guter Maßstab für deine Ausdauer. Und hier beginnt das Schätzen: Die Uhr misst keinen Sauerstoff, sie rechnet den Wert aus Tempo und Puls hoch. Alles, was deinen Puls hochtreibt, also Hitze, Höhenmeter oder Müdigkeit, drückt den Wert. In einer Studie des University College Dublin lag die Apple Watch im Schnitt rund 13 Prozent daneben. Als Trend über Monate taugt die Zahl trotzdem.
HRV. Dein Herz schlägt nicht wie ein Metronom, die Abstände zwischen zwei Schlägen schwanken um ein paar Millisekunden. Bist du entspannt, schwanken sie stärker, bei Stress, hartem Training oder einem Infekt werden sie gleichmäßiger. Diese Herzfrequenzvariabilität erfasst die Uhr nachts im Schlaf. Allerdings rechnet jeder Hersteller anders. Vergleichen kannst du sie deshalb nur mit dir selbst. Den Wert mit anderen aus der Laufgruppe abzugleichen, ist ungefähr so sinnvoll wie der Vergleich von Schuhgrößen.
Kalorien. Gemeint ist die Energie, die dein Körper über den Tag verbraucht, für den Grundumsatz und für jede Bewegung. Die Uhr rechnet sie aus Puls, Bewegung, Gewicht und Alter hoch. Ein Kaffee oder ein warmer Tag treibt den Puls nach oben, ohne dass du mehr verbrennst. Als Grundlage für dein Abendessen taugt die Zahl leider nicht.Erst Recht nicht, wenn die Uhr weder dein Alter, noch dein Geschlecht oder dein Gewicht kennt.
Body Battery, Sleep-Score und Co. Diese Werte wollen dir sagen, wie viel Energie du gerade übrig hast oder wie gut du geschlafen hast. Schlaf und Erholung laden die Batterie auf, Stress und Training entladen sie. Hier stapeln sich allerdings die Schätzungen: die HRV, ein daraus abgeleiteter Stresswert, die Schlafbewertung, die Trainingslast. Das University College Dublin hat sich 14 solcher Werte von 10 Herstellern angeschaut. Keiner legt seine genaue Formel offen. Am Ende steht trotzdem eine glatte Zahl auf dem Display, die genauso sauber aussieht wie dein Ruhepuls. Ist er aber nicht, er ist einfach nur eine Zahl.
Blutdruck: Der Wert, den die Uhr dir schuldig bleibt
Und jetzt kommt der Punkt, der mich bei der Recherche am meisten beschäftigt hat. Den Blutdruck, einen der wichtigsten Gesundheitswerte überhaupt, liefert dir eine typische Sportuhr gar nicht. Gerade bei uns in der zweiten Lebenshälfte wird er aber zum Thema. Bluthochdruck tut nicht weh. Viele Menschen haben erhöhte Werte und merken jahrelang nichts davon.
Einige wenige Smartwatches geben inzwischen Hinweise auf Bluthochdruck. Das klingt erst mal gut. Laut den Zulassungsdaten der US-Behörde FDA erkennt Apples Hinweis aber nur rund 41 Prozent der unentdeckten Fälle. Mehr als die Hälfte bleibt also unbemerkt. Keine Meldung auf der Uhr heißt deshalb noch lange nicht, dass alles in Ordnung ist.
Klarheit bringt die Messung am Oberarm. Und damit schließt sich der Kreis zum Gerät von oben.
Die Testfrage: Kann ich mit dieser Zahl etwas anfangen?
Bei jedem Wert auf meiner Uhr stelle ich mir inzwischen eine einfache Frage: Kann ich aufgrund dieser Zahl etwas anders machen? Die Body Battery fällt bei mir durch. Der Verlauf meines Ruhepulses über ein paar Wochen besteht. Und der Blutdruck besteht den Test ganz klar. Ist er erhöht, kannst du mit deiner Hausarztpraxis darüber sprechen und gemeinsam etwas tun.
Damit deine Werte aussagekräftig sind, helfen ein paar einfache Regeln:
- Miss immer ungefähr zur gleichen Uhrzeit, zum Beispiel morgens vor dem Frühstück oder abends.
- Setz dich vorher fünf Minuten ruhig hin.
- Leg den Arm auf Herzhöhe ab und sprich während der Messung nicht.
- Miss nicht direkt nach dem Training oder nach einem Kaffee.
- Notier dir die Werte oder nutze den Speicher des Geräts.
Und auch hier gilt, was ich oben über die Uhr gesagt habe: Ein einzelner Wert sagt wenig. Spannend wird der Verlauf über Wochen. Du musst also nicht jeden Morgen nervös aufs Display schauen.
Erst Körpercheck, dann Wertecheck
Ich habe mir inzwischen einen Vorsatz gefasst. Ich höre erst kurz in mich rein, wie es mir geht. Dann schaue ich aufs Display. Wenn ich Schmerzen habe oder einen Infekt ausbrüte, laufe ich nicht, egal was die Uhr sagt. Fühle ich mich gut und die Zahl ist schlecht, laufe ich langsam los und entscheide unterwegs.
Meine Uhr darf mein Trainingstagebuch bleiben. Für meinen Blutdruck verlasse ich mich lieber auf ein Gerät, das wirklich misst. Und wenn dir deine Werte auffällig vorkommen, sprich mit deiner Hausarztpraxis darüber.
Das Blutdruckmessgerät von IEA Medical findest du hier: IEA Medical Blutdruckmessgerät Oberarm
Über den Autor: Torsten Pretzsch

Ich bin 2008 von der Couch aufgestanden, um ein sportlicheres Leben zu führen. Begonnen mit einer Laufrunde von 15 Minuten, lief ich Jahre später Marathon und absolvierte einen Ironman.
Mit dem ausdauerblog möchte ich meine Vision verwirklichen, über 50.000 Menschen dauerhaft zum Laufen zu bringen.