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Trau dich! Warum es viel zu wenig Frauen im Triathlon gibt

Es gibt zu wenig Frauen im Triathlon und das soll sich ändern! Meint Hannah Brandner und nennt Ursachen und Lösungsansätze. Also liebe Frauen: Traut euch!

Ein Gastbeitrag von Hannah Brandner

Der Triathlonsport ist ein gutes Beispiel für die Unterrepräsentanz von Frauen im Sport. Während in den unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft darüber diskutiert wird, wie man einen sinnvollen Weg zur Gleichberechtigung schafft, repräsentiert auch der Sport gesellschaftliche Ungleichheiten.

Gerade im Ausdauersport sind in Deutschland deutlich weniger Frauen, als Männer unterwegs. Warum ist das so? Was können wir als Gesellschaft tun, um mehr Frauen für den Sport zu begeistern? Und was können Frauen tun, damit mehr von ihnen sportlich aktiv sind? Dieser Blogartikel beschäftigt sich mit den Hindernissen, die Frauen vom Sport abhalten und bietet zudem Ideen für Lösungsansätze für mehr Frauenbeteiligung im Sport am Beispiel des Triathlons an.

Warum gibt es zu wenige Frauen im Triathlon?

Vor fünf Jahren habe ich in den Sozialen Medien eine Diskussion mit einem männlichen Triathlon-Bekannten geführt. Es ging darum, dass verhältnismäßig wenig Frauen im Triathlon in Deutschland unterwegs sind. Woran liegt das? Eine sicherlich nicht so ganz einfach zu beantwortende Frage. Daher war ich auch schockiert, als mir mein (virtuell) Gegenüber aufs Brot schmierte

„Die Disziplinenvielfalt im Triathlon schreckt Frauen ab.“

Diese Aussage hat mich wütend gemacht. Was sollte das bedeuten? Dass wir Frauen weniger leistungsfähig sind? Dass drei Sportarten für uns zu viele sind? Dass Männer vielseitiger im Sport sind, als Frauen?

Ich erinnerte mich an „alte Zeiten“, die noch gar nicht so lange her sind. Damals, als es gesellschaftlicher Konsens war, dass Frauen physisch nicht in der Lage dazu sind, einen Marathon zu laufen. Es wurde befürchtet, dass wir bei einer solchen Anstrengung unseren Uterus verlieren.

Diese Zeiten sind zum Glück vorbei. Nichtsdestotrotz sind wir immer noch weit von Gleichberechtigung im Sport entfernt. Der Gender Pay Gap ist auch im Sport ein großes Thema. Aktuell läuft die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen. In dieser Sportart sind die Gehalts- und Prämienunterschiede besonders eklatant. Während die Männer im vergangenen Jahr bei einem WM-Titel eine Siegprämie von 350.000 € erhalten hätten, müssen sich die Frauen in diesem Jahr mit 75.000 € begnügen.

In diesem Artikel beschäftige ich mich mit möglichen Gründen für die verhältnismäßig niedrige Teilnehmerzahl von Frauen an Triathlonveranstaltungen in Deutschland. Zudem biete ich Lösungsvorschläge, wie sowohl Männer, Veranstalter von Triathlonwettbewerben und wir Frauen dafür sorgen können, dass wir zukünftig gleiche Geschlechterverhältnisse im Triathlon haben.

Es gibt zu wenig Frauen im Triathlon und das soll sich ändern! Meint Hannah Brandner und nennt Ursachen und Lösungsansätze. Also liebe Frauen: Traut euch!

Frauenanteil bei Triathlonveranstaltungen in Deutschland

Bevor ich auf mögliche Gründe für geringe Teilnehmerinnenzahlen bei Triathlonveranstaltungen in Deutschland eingehe, schauen wir erstmal auf die Fakten. Wie hoch ist der Frauenanteil bei Triathlon-Events in Deutschland? Ich habe mir die Finisherzahlen einiger Triathlons 2018 und 2019 angeschaut und die entsprechende prozentuale Beteiligung von Männern und Frauen berechnet.

Dabei komme ich zu folgenden Ergebnissen:

Ironman Kraichgau 2019

  •  Mitteldistanz: 85% Männer, 15% Frauen
  •  Olympische Distanz: 73% Männer, 27% Frauen
  • Gesamt: 83% Männer, 17% Frauen

Challenge Heilbronn 2019

  • Mitteldistanz: 84% Männer, 16% Frauen
  • Olympische Distanz: 78% Männer, 22% Frauen
  • Sprintdistanz: 72% Männer, 28% Frauen
  • Gesamt: 81% Männer, 19% Frauen

Barockman Moritzburg 2019

  • Langdistanz: 86% Männer, 14% Frauen
  • Mitteldistanz: 85% Männer, 15% Frauen
  • Olympische Distanz: 79% Männer, 21% Frauen
  • Sprintdistanz: 65% Männer, 35% Frauen
  • Gesamt: 75% Männer, 25% Frauen

Bonn Triathlon 2019

  • Mitteldistanz: 84% Männer, 16% Frauen
  • Gesamt: 84% Männer, 16% Frauen

Ingolstadt Triathlon 2019

  • Mitteldistanz: 81% Männer, 19% Frauen
  • Olympische Distanz: 79% Männer, 21% Frauen
  • Sprintdistanz: 61% Männer, 39% Frauen
  • Gesamt: 77% Männer, 23% Frauen

Ironman Frankfurt 2018

  • Langdistanz: 89% Männer, 11% Frauen
  • Gesamt: 89% Männer, 11% Frauen

Challenge Roth 2018

  • Langdistanz: 86% Männer, 14% Frauen
  • Gesamt: 86% Männer, 14% Frauen

Die Zahlen aus den Triathlonwettbewerben zeigen deutlich, dass Frauen bei Triathlonveranstaltungen unterrepräsentiert sind. Auffällig ist, dass mit der steigenden Distanz die Frauenquote sinkt, wobei die Unterschiede bei der Lang- und Mitteldistanz gering sind.

Als einziger Triathlon, der alle Distanzen anbietet, ist Moritzburg der, mit dem höchsten Frauenanteil (25%). Wie bei den anderen Triathlons, die mehrere Distanzen anbieten, ist auch in Moritzburg der Frauenanteil bei den kürzeren Distanzen am größten.

Daraus lässt sich schließen, dass der Einstieg in den Triathlon für viele Frauen über die Sprintdistanz am leichtesten ist.

Warum trauen sich weniger Frauen einen Triathlon zu?

Was sind nun die Gründe für die geringe Teilnehmerzahl von Frauen am Triathlon in Deutschland im Vergleich zu den männlichen Triathleten?

Frauen sind weniger mutig als Männer, wenn es darum geht an Wettkämpfen teilzunehmen.

In vielen Gesprächen mit Frauen, die schwimmen, Radfahren und Laufen habe ich die Erfahrung gemacht, dass viele Frauen sich einfach nicht trauen, an einem Triathlonwettkampf teilzunehmen. Sie sind schlichtweg deutlich selbstkritischer, als ihre männlichen Kollegen. Während Männer sich denken „das wird schon irgendwie klappen – ich melde mich einfach mal beim Triathlon an“, denken Frauen dreimal nach, ob sie wirklich gut genug sind, um einen Triathlon zu finishen.

Dies kann man natürlich nicht für alle Menschen pauschalisieren – es gibt sicherlich auch viele mutige Frauen und vorsichtige Männer. Aber aus meinem Kontakt mit vielen Athleten und Athletinnen habe ich die Erfahrung gemacht, dass wir Frauen da sehr häufig zurückhaltender und weniger mutig sind, als die Männer.

Ich selbst ticke da übrigens genauso. Vor kurzem habe ich mein Triathlon-Comeback beim Ironman Kraichgau über die Olympische Distanz gefeiert. Vor dem Wettkampf habe ich mir endlose Gedanken darüber gemacht, ob ich Die Schwimm- und Rad-Cut-Off-Zeit überhaupt schaffe. (Spoiler: Am Ende habe ich die Cut-Offs deutlich geschafft. Die unzähligen Gedanken darüber im Vorfeld waren also völlig unbegründet.)

Es gibt zu wenig Frauen im Triathlon und das soll sich ändern! Meint Hannah Brandner und nennt Ursachen und Lösungsansätze. Also liebe Frauen: Traut euch!

Der Trainingsaufwand und das schlechte Gewissen

Ein weiterer Punkt, den ich bei Frauen häufig beobachte, ist, dass Frauen ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie sich durch den Sport viel Zeit für sich nehmen. Es scheint, als würde Frau sich auch hier viel mehr Gedanken machen, als ihr männliches Pendant. Gedanken wie diese scheinen viele aktive Frauen zu beschäftigen: „Wenn ich jetzt schon wieder trainiere, leiden dann meine Kinder darunter, dass ich in der Zeit nicht für sie da bin? Und was sagt mein Partner dazu? Ich kann ihn doch nicht schon wieder mit den Kindern alleine lassen!“

Da der Trainingsaufwand im Triathlon mit den drei verschiedenen Disziplinen sehr hoch ist, fällt das schlechte Gewissen da im wahrsten Sinne des Wortes dreifach ins Gewicht. Und wenn die Triathletin nicht genug trainiert, fühlt sie sich wiederum nicht stark genug, um an einem Wettkampf teilzunehmen.

Fehlende Vorbilder und fehlende Medienpräsenz weiblicher Role Models

Ein ganz wichtiger Punkt im Hinblick auf niedrige Frauenbeteiligung bei Triathlonwettbewerben in Deutschland, sind fehlende Vorbilder bzw. Die fehlende Medienpräsenz von weiblichen Vorbildern. Dazu mach doch mal ein kleines Selbstexperiment:

Ohne vorher darüber nachzudenken – wenn ich dich nach Profi-TriathletInnen frage, die dir spontan einfallen – an wen denkst du?

Kommentiere doch gerne unter diesen Beitrag, an wen du gedacht hast. Ich wette, mindestens 90% von Euch haben an einen männlichen Triathleten gedacht.

Vorhandene Stereotypen der klassischen Geschlechterrollen

Sehr kritisch stehe ich vorhandenen Stereotypen der klassischen Geschlechterrollen gegenüber. Diese sind für mich immer noch ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft und damit auch im Sport. Ein Beispiel: Bei den großen Triathlonveranstaltungen der Marken Ironman und Challenge Family wird aktiv versucht, Frauen für diese Veranstaltungen zu begeistern. Daher gibt es bei beiden Veranstaltern Frauenläufe (meistens über ca. 5km), die im Rahmen des Veranstaltungswochenendes durchgeführt werden.

Vermarktet werden diese Frauenläufe folgendermaßen: Angesprochen werden soll die Ehefrau des Triathleten, der am Ironman bzw. Challenge-Rennen teilnimmt. Das klingt erstmal nach einer netten Idee. Wenn man aber genauer darüber nachdenkt, wird mit dieser Marketing-Strategie ein klassischer Geschlechter-Stereotyp bedient: Der Mann ist der Athlet, die Frau nur die Begleitperson, die auch ein bisschen für sich tut, aber nicht selbst Triathletin ist.

Für mich sind diese Frauenläufe daher eine völlig falsche Marketingstrategie, wenn man das Ziel hat, mehr Frauen für den Triathlonsport zu gewinnen.

Sponsoring für Triathlon-Frauen

Sportsponsoring ist ein weiterer Knackpunkt, wenn es um die Frage der Gleichberechtigung im Sport geht. Nach wie vor ist es so, dass Männer im Durchschnitt deutlich höhere Sponsoringverträge erhalten, als Frauen. Das Argument ist immer dasselbe: Männer sind aus ökonomischer Sicht „mehr wert“. Diese Argumentation folgt jedoch nur einer selbsterfüllenden Prophezeiung – indem der Medien-, Sponsoring- und Marketingfokus auf männliche Sportler gelegt wird, wird die Sportlerin in ihrer Position geschwächt und bekommt gar nicht die Chance, ihren ökonomischen Wert zu erhöhen.

Was muss also passieren, damit wir mehr Frauen für den Triathlonsport gewinnen können?

Männliche Triathleten, ermutigt Eure Partnerinnen dazu, auch Triathlon zu machen!

Liebe Triathleten, Eure Frauen haben vielleicht auch Lust, diesen tollen Sport auszuüben! Es kann aber sein, dass sie einen kleinen Schubs brauchen, um sich wirklich zu trauen. Also gebt ihnen diesen Schubs. Nehmt sie mit auf Eure Wettkämpfe, erzählt ihnen von diesem einzigartigen Gefühl, wenn man die Ziellinie überquert. Macht ihnen Mut, dass auch Ihr mal klein angefangen habt. Dass regelmäßiges Training nicht nur Spaß macht, sondern auch das eigene Selbstbewusstsein und Wohlbefinden stärkt. Und erklärt ihnen, dass jeder Finisher ein Sieger bzw. eine Siegerin ist!

Außerdem, liebe Männer – unterstützt Eure Frauen dabei, wenn sie auch etwas für sich tun wollen. Bestärkt sie darin, Sport zu machen. Wenn Ihr Kinder habt, teilt Euch für das „Kinder behüten“ gleichberechtigt auf, so wie das in einer modernen Beziehung sein sollte. Bzw. Organisiert Euch so, dass Ihr die Kinder zum Training mit nehmt. Kleinkinder können im Sportbuggy beim Laufen mitgenommen werden. Wenn Eure Kinder ein bisschen größer sind, könnt Ihr sie auch mit ins Schwimmbad nehmen. Oder Ihr macht einfach einen Familienausflug ins Freibad. Dann könnt Ihr Euch wunderbar aufteilen – einer von Euch zieht seine/ihre Bahnen, und der/die andere kümmert sich um die Kinder.

Gleichberechtigte Sportler und Sportlerinnen in den Medien

Leider ist es in unserer heutigen Gesellschaft immer noch so, dass überwiegend männliche sportliche Vorbilder von den Medien portraitiert werden. Diverse Studien belegen, dass die große Mehrzeit der Berichterstattung sich auf Männersport fokussiert. Hier sind also die Medienanstalten gefragt, dieses Verhältnis in Richtung eines Gleichgewichts zu ändern.

Eine positive Entwicklung ist, dass in den Sozialen Medien immer mehr Sportlerinnen ihre sportlichen Erlebnisse teilen. Jede Sportlerin kann somit einen Teil dazu beitragen andere Frauen zu ermutigen, sich auch zu trauen und Sport zu machen.

Wiederum negativ in diesem Zusammenhang ist, dass viele Frauen für eine größere Reichweite in eine Rolle schlüpfen, die die Frau mehr als Objekt, als als starke, eigenständige Persönlichkeit darstellt. Generell finde ich nackte Haut nicht schlimm. Die Art und Weise, in der Frau jedoch posiert ist häufig eine Unterwürfige. Also, liebe Frauen – wenn Ihr gerne nackte Haut zeigt, was wie gesagt total ok ist – achtet doch mal darauf, dass Ihr Euch als starke Frau und nicht als Sexobjekt präsentiert.

Schließlich ist es auch wichtig, dass wir in den Sozialen Medien ehrlich sind. Auch hier glaube ich nämlich an ein Frauen-typisches Phänomen – Frauen präsentieren sich und ihre perfekten Körper mit ausschließlich perfekten Bildern. Es wird nur von den positiven, erfolgreichen Erfahrungen berichtet. Wenn etwas aber mal nicht geklappt hat, erfährt die Öffentlichkeit das nicht. Das vermittelt anderen Frauen das Gefühl, dass sie perfekt sein müssen, um etwas zu schaffen und um erfolgreich zu sein. Daher mein Aufruf an alle Menschen, die in den Sozialen Medien unterwegs sind: Seid ehrlich zu Eurer Followerschaft! Authentisch seid Ihr nämlich nur, wenn Ihr auch schlechte und negative Erfahrungen mit Euren Followern teilt. Denn wir alle wissen doch eigentlich sehr genau: Nobody is perfect!

#frauenimsport – ein Projekt zum Mut machen

Ich habe vor einigen Wochen das Projekt #frauenimsport ins Leben gerufen. In diesem Projekt stelle ich regelmäßig Frauen vorher, die im Ausdauersport aktiv sind. Dies sind Frauen wie du und ich. Frauen mit einem normalen Alltag, die ihren Sport trotz beruflicher und familiärer Belastung meistern. Außerdem diskutieren wir im Rahmen des Projektes Themen, die uns Frauen im Sport betreffen. Wir organisieren Events um mehr Frauen für den Sport zu begeistern. Wir setzen uns aktiv dafür ein, dass jede Frau, die Lust hat, Sport zu machen, sich auch traut.

Wenn auch du am Projekt mitwirken willst oder es einfach supporten willst, schau doch mal auf unserer Website vorbei und teile unsere Projektinhalte. Damit hilfst du, dass wir mehr Frauen für den Ausdauersport gewinnen können!

Triathlon-Veranstalter können Frauen für den Triathlon begeistern

Für mich ist es wichtig, dass die Veranstalter von Sportveranstaltungen nicht existierende Geschlechterstereotypen stärken, sondern auf moderne Art und Weise sicherstellen, dass sich Männer wie auch Frauen bei ihren Veranstaltungen wohl fühlen.

Frauen sind physiologisch im Triathlonsport den Männern gegenüber im Nachteil. Also sollte man sicherstellen, dass die Hürde in Form von Cut-Off-Zeiten auch für Frauen fair ist. Darüber würde sich übrigens auch der ein oder andere ältere männliche Triathlet freuen.

Reine Frauenstartgruppen sind ein weiteres Mittel, mit dem man Frauen als Role Models mehr in den Vordergrund bringen kann. Außerdem kann man so sicherlich einigen Frauen die Angst vor dem Schwimmstart nehmen. So manche Frau fühlt sich einfach unter ihresgleichen wohler. Dies ist für mich keine langfristige Lösung. Ich selbst schätze es, mit Männern und Frauen gemeinsam am Start zu stehen und das ist ja auch etwas, was unseren Sport positiv ausmacht. Aber solange es noch eine bedeutende Anzahl von Frauen gibt, die sich durch männliche Sportlerkollegen eingeschüchtert fühlen, halte ich eine solche Herangehensweise für sinnvoll.

Gleiche Rechte für alle!

Immer noch ist es leider so, dass z.B. Im Profisport Unterschiede zwischen Männern und Frauen gemacht werden. Obwohl der Welt-Triathlonverband einer der fortschrittlichsten Sportverbände der Welt ist (übrigens einer von insgesamt nur 2 Welt-Sportverbänden, denen eine Frau vorsteht), gibt es z.B. Für den Ironman Hawaii mehr Profislots für Männer, als für Frauen.

Die Argumentation, dass man Hawaii-Slots entsprechend der Anzahl an ProfiteilnehmerInnen vergibt, bestärkt nur einen Teufelskreis: Es gibt weniger Profi-Triathletinnen, was sich durch die historische Entwicklung und die bisher genannten Gründe erklärt. Indem man nun mehr Qualiplätze an Männer vergibt, bestärkt man nur die Tatsache, dass weniger Frauen den Schritt ins Profigeschäft wagen.

Was können wir AmateursportlerInnen tun?

Zurecht wirst du nun sagen: „Das ist ja alles schön und gut, aber ich als HobbysportlerIn bin kein Triathlon-Veranstalter, kein Ehemann, kein Sponsor und kann daher ja auch nichts tun“. Das ist aber so nicht ganz richtig. Denn auch du kannst deinen Teil dazu beitragen, dass wir Gleichberechtigung im Sport erreichen.

Wie wäre es zum Beispiel, wenn du mal zu einem Profi-Sportevent von Frauen gehst? Sicherlich waren viele von Euch schon mal im Fußballstadion bei einem Männermatch. Aber wie sieht es mit dem Fußball der Frauen aus? Derzeit läuft die Frauen-Fußballweltmeisterschaft – hast du dir dieses Spektakel schon mal angeschaut?

Für den Triathlon gilt natürlich dasselbe. Du kennst Jan Frodeno, Sebastian Kienle und Patrick Lange? Aber wie siehts mit Anne Haug, Laura Philipp und Daniela Bleymehl aus? Schon mal von ihnen gehört? Schau doch mal auf Instagram oder Youtube nach ihnen! Mit deinem Interesse steigerst du automatisch ihren Marktwert und hilfst ihnen somit, als Role Model für viele Frauen wahrgenommen zu werden.

Egal ob du weiblich oder männlich bist, auch du kannst im Alltag deine weiblichen Mitmenschen bestärken, ihren Träumen nachzugehen. Es gibt nicht weniger Frauen als Männer, die sich für den Triathlonsport interessieren. Nur ist die innere Einstiegshürde für Frauen oft deutlich höher, als für Männer. Guter Zuspruch hilft da oft wahre Wunder.

Deine Hannah

Über die Autorin:

Hannah Brandner ist leidenschaftliche (Ultra)Läuferin und Triathletin aus Berlin. 2017 hat sich die ehemalige Profitennisspielerin mit den Ausdauer-Coaches selbstständig gemacht und unterstützt dich als als Lauf-/Triathlontrainerin und Ernährungscoach dabei, deine Ziele erreichen.

Zum Weltfrauentag hat Hannah das Projekt „Frauen im Sport“ ins Leben gerufen. Ziel des Projektes ist es, mehr Frauen für Sport zu begeistern und frauenrelevante Themen im Sport zu diskutieren. Feste Projektmitgliederinnen sind derzeit 15 Frauen aus dem Ausdauersport.

Es soll ein Netzwerk von Frauen im Sport entstehen und das Projekt auf längere Sicht auf andere Sportarten ausgedehnt werden. Hannah und ihr Team organisieren spezielle Events für Frauen und diskutieren im Netz Möglichkeiten, wie noch mehr Frauen für den Sport gewinnen können. Alle Infos zum Projekt gibt es hier: #frauenimsport

Hannah findest du im Netz unter Ausdauer-Coaches. Natürlich ist sie auch in den sozialen Medien aktiv: FacebookInstagramTwitter

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Ein Kommentar

  1. Eine sehr treffende und interessante Zusammenfassung. Meine Erfahrung ist, dass Frauen oft vom Trainingsaufwand abgeschreckt sind. Zudem ist Triathlon ein klassischer Sport, den man meist nur dann in Gänze trainiert, wenn man auch Wettkämpfe einplant. Sonst verlagert sich der Sport aus gesundheitlichen Gründen beispielsweise mehr zu der einen oder anderen Sportart. Oder maximal zu zwei davon. Würde ich meine Wettkämpfe nicht so klar verfolgen, ginge es mir sich auch nicht anders.

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