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Sportbrille mit Sehstärke, Kontaktlinsen oder Alltagsbrille – ein Erfahrungsbericht…

Meine Eltern haben sich gewundert, warum ich als Kind immer auf dem Fußboden vor dem Fernseher lag. War der flauschige Teppich im heimischen Wohnzimmer so bequem? War er, aber das war nicht die eigentliche Ursache…

Erst die Schule brachte diese auf den Tisch.

In der ersten Klasse saß ich noch in der ersten Reihe, schließlich sei ich laut Kindergarten ein potentielles Problemkind. War ich in der Schule aber nicht, meine Leistungen waren ausgezeichnet und auch mein Verhalten war fast immer okay. Lernen war einfach spannender für mich als spielen.

So wanderte ich von Klassenstufe zu Klassenstufe in der Klasse Sitzreihe um Sitzreihe nach hinten und noch in der Grundschule meinte irgendwann meine Mathelehrerin zu meinen Eltern: „Gut rechnen kann der Bub ja, schlecht sehen aber auch.“

Die Ergebnisse meine Aufgaben waren meist richtig, doch an der Tafel standen ganz andere Zahlen, als schließlich in meinem Heft landeten. Was ich nicht sah, reimte ich mir zusammen. An Fantasie hat es mir nie gemangelt.

Eine Brille musste her und so begleitet mich das Nasenfahrrad seit mehr als 30 Jahren. Es ist ein Teil von mir und in Zeiten, in der eine Brille als modisches Accessoire gilt, auch keineswegs störend. Außer beim Sport – da ist eine Brille schon lästig. Zumindest manchmal.

Weil ich schon ziemlich alles einmal ausprobiert habe, möchte ich hier mit dir meine Erfahrungen in Sachen Sportbrille mit Sehstärke, Kontaktlinsen & Co. beim Sport teilen.

Reicht nicht auch die normale Brille beim Sport?

Erste Frage: Brauchst du überhaupt eine Sportbrille? Ich habe über 20 Jahre Sport immer mit meiner normalen Alltagsbrille gemacht. Als Kind Handball und Fußball (letzteres sogar als Torwart) gespielt. War nicht optimal und es gab des Öfteren auch Bruch. Aber zu der Zeit, gab es einfach keine brauchbare Alternative.

Später beim Tennis machte ich so weiter und dort ging das Glas nie kaputt. Als ich schließlich im Ausdauersport gelandet bin, trug ich beim Laufen immer meine normale Brille. Zum einen aus Bequemlichkeit und zum anderen aus Geiz. Eine Sportbrille ist schließlich teuer.

Die Vorteile, wenn du deine normale Brille zum Laufen trägst, sind damit schon alle aufgezählt. Eigentlich ist es sogar nur Bequemlichkeit, denn Geiz ist nur bedingt richtig. Bei intensiven sportlichen Tätigkeiten verschleißt deine Alltagsbrille einfach mehr und schneller.

Schweiß ist durch die enthaltenen Salze eine sehr aggressive Angelegenheit. Das Ergebnis – nach einiger Zeit sehen die Kunststoffrahmen nicht mehr wirklich schön aus. Nicht gerade das, was man sich von einem modischen Accessoire vorstellt. Selbst für einen relativ uneitlen Menschen wie mich. Noch schlimmer ist es übrigens bei Metallrahmen, die sind zum Sport wirklich ungeeignet und ich erinnere mich sogar an eine Entzündungen im Gesicht deswegen.

Wenn du wenig Sport machst und dieser Sport keinen Körperkontakt beinhaltet, ist die Alltagsbrille für den Sport ausreichend. Nicht ideal, aber ausreichend. Mit einer Einschränkung – sportliches Radfahren geht wegen des Fahrtwindes und der eingeschränkten Sicht nicht wirklich gut.

Sind Kontaktlinsen eine Alternative?

Was aber wenn Laufen nicht dein einziger Sport ist? Was, wenn du regelmäßig Rad fährst oder gar schwimmst? Oder gar eine Kontaktsportart wie Boxen, Judo oder Fußball machst? Dann ist der Griff zu Kontaktlinsen die einzige wirkliche Alternative.

Selbstverständlich habe ich irgendwann auch Kontaktlinsen ausprobiert. Leider vertrage ich wegen trockener Augen die Kontaktlinsen nicht im Alltag, so dass ich irgendwann nur noch Tageslinsen zum Sport trug.

In erster Linie natürlich beim Schwimmen. Ganz ohne Sehhilfe schwimmen zu gehen, ist für mich keine Alternative. Nicht weil ich dann blind wie ein Fisch bin, sondern weil ich mich unwohl fühle. Ich mag es einfach selbst beim Schwimmen nicht, wenn ich nur schemenhaft erkenne, ob da jemand meine Bahn kreuzt.

Also trage ich seit jeher beim (selten gewordenen) Schwimmtraining Kontaktlinsen. Konkreter Tageslinsen und noch konkreter torische Tageslinsen. Ich nutzte jahrelang Focus Dailies und seit dem deren Produktion eingestellt und in das Alcon Portfolio übergegangen ist, das Nachfolgemodell Dailies AquaComfort Plus*.

Und noch ein kleines Problem habe ich mit Kontaktlinsen. Aufgrund meiner Hornhautverkrümmung ist die Sehstärke bei Tageslinsen leicht eingeschränkt. Sie sind eben nur ein Kompromiss und damit sehe ich nicht so gut, wie mit meiner Alltagsbrille. Groß ist der Unterschied nicht, aber gerade am Anfang für mich als jemand, der dank Brille seit jeher zum Adlerauge geworden ist, störend.

Beim Laufen gehen Kontaktlinsen bei mir nur bei wärmeren Wetter oder mit zusätzlicher Sonnenbrille. Sonst habe ich die Angewohnheit, beim Training in Tränen auszubrechen. Meine Augen sind die direkte Luft von vorn einfach nicht gewohnt.

Radfahren geht nicht ohne Brille

Gleiches Prinzip nur noch verstärkt gibt es beim Radfahren. Allerdings halte ich da eine Radbrille ohnehin für essentiell. Nach einigen Probieren mit verschiedenen Marken, Typen und auch Gläsern hab ich eine Art eierlegende Wollmilchsau als Radbrille gefunden, die für meine Bedürfnisse völlig ausreichend und gut ist.

Diese selbsttönende Sportbrille nutze ich zum Beispiel auch beim Laufen, wenn ich Kontaktlinsen trage. Und natürlich beim Triathlon, denn auch da geht es ohne Kontaktlinsen für mich nicht.

Die Sportbrille mit Sehstärke – eine Brille nur für Laufen, Radfahren & mehr…

Eine Sportbrille ohne Sehstärke habe ich dir vorgestellt, doch was ist eigentlich mit Sportbrillen mit Sehstärken. Um die habe ich jahrelang eine ganz großen Bogen gemacht. In erster Linie aus zwei Gründen: Geiz und Optik.

Geiz, weil so eine Sportbrille mit Sehstärke doch gut und gerne mal mit 500€ und mehr zu Buche schlägt und Optik, weil ich einfach diese bei den meisten Brillen eingesetzten Clips hässlich finde. Letztes Jahr habe ich dann meine Meinung geändert. Zumal meine torischen Tageslinsen ja auch alles andere als ein Schnäppchen sind. Vor allem, wenn man sie mehrmals pro Woche benutzt.

Die Sportbrille mit Sehstärke vereint die Bequemlichkeit und die Sehstärke der Alltagsbrille mit den Vorteilen einer reinen Sportbrille. Du hast perfekte Sicht in einem großen Sichtfeld – auch seitlich – und musst nicht zu Kontaktlinsen greifen, die dann vielleicht nach ein paar getragenen Stunden unangenehm drücken.

Zudem bieten die Gläser einen Blendschutz und das leichte und bruchfeste Material hat einen hohen Tragekomfort und ist mit ein paar Abstrichen auch für Kontaktsportarten geeignet. Nach einigem (sehr langem) Überlegen entschied ich mich doch für eine Sportbrille mit Clip-In System.

Der Grund war die Möglichkeit, auch hier eine selbsttönende Brille zu verwenden. Ich finde es einfach praktisch, nicht die Gläser wechseln zu müssen. Denn bei allen Wechselgläsersystemen, die ich über die Jahre ausprobiert habe, siegte irgendwann bei mir die Faulheit und es blieben immer die gleichen Gläser drin.

An die störende Optik gewöhnt man sich erstaunlich schnell und sind die Gläser einmal dunkel, sieht man die eingesetzten Sehstärke-Clips gar nicht mehr.

Meine Sportbrille – Rudy Project Agon

Ich hab mich nach eingehender Beratung beim Optiker für die Rudy Project Agon* entschieden. Die Brille hat eine gute Rundumsicht und man kann verschiedene Gläser einsetzen. Da ich aber für die selbsttönende Variante entschieden habe, entfällt vorerst dieser Wechsel.

Für die Sehstärke sorgt ein Clip-On – also eine kleine zusätzliche Brille in der Brille. Ist der Clip einmal eingesetzt spürt man ihn kaum. Überhaupt ist die Brille trotz quasi doppelter Brille erstaunlich leicht. Gut so, habe ich sie doch auf dem Rad, beim Wandern oder beim Skifahren doch gut und gerne auch einmal ein paar Stunden auf der Nase. Und da zählt dann irgendwann jedes störende Gramm.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit der Sportbrille, ich nutze sie mittlerweile bei jeder Trainingseinheit außerhalb der eigenen vier Wände. Eine kleine Warnung möchte ich jedoch aussprechen, wenn du auch mit dem Gedanken spielst, dir eine solche Sportbrille zu kaufen.

Die ersten Einheiten verlangen eine höhere Aufmerksamkeit von dir. Durch die gebogene Form der Brille ist dein Sichtfeld besonders am Rand anders, als du es gewohnt bist. Das kann dazu führen, Schritte und Entfernungen falsch einzuschätzen. Mir ging es so und bei meinem ersten Lauf mit der neuen Brille bin ich prompt an einem Bordstein schmerzhaft umgeknickt. Sehr ärgerlich, aber danach ist mir das nie wieder passiert.

Jetzt hast du die Wahl

Du hast jetzt eine breite Palette meiner Erfahrungen serviert bekommen und stehst womöglich vor der Entscheidung, welche Wahl du treffen solltest.

Bist du völliger Sporteinsteiger tut es anfangs auch deine normale Alltagsbrille. Vielleicht hast du ja noch ein älteres Model zu Hause, wenn dir deine aktuelle Brille zu wertvoll ist, um sie mit aggressivem Schweiß in Verbindung zu bringen.

Sportelst du schon einige Zeit, würde ich in jedem Fall einmal Kontaktlinsen ausprobieren, falls du sie nicht ohnehin im Alltag trägst. Damit hast du dann keine Einschränkungen mehr und besonders bei Kontaktsportarten sind sie die erste Wahl.

Zum Schluss steht dann – wie bei mir – der Griff zur Sportbrille mit Sehstärke. Wenn deine erste Sportart das Radfahren ist, würde ich ziemlich schnell zugreifen, schließlich kommst du um eine Radbrille ohnehin nicht umhin.

Wie du dich auch entscheidest, ohne Brille halb blind Sport zu machen ist für mich keine Option. Zu gefährlich ist es besonders bei höheren Geschwindigkeiten und der Spaß ist bei vernebelter Sicht auch eingeschränkt.

Welche Erfahrungen hast du und wofür hast du dich entschieden? Bin auf deinen Kommentar hier und in den sozialen Medien gespannt.

Ach übrigens – ich wünsche dir mehr Zeit für Sport in deinem Leben.

Dein Torsten…

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Über den Autor: Torsten Pretzsch

Torsten ist 2008 von der Couch aufgestanden, um ein sportlicheres Leben zu führen. Begonnen mit einer Laufrunde von nur 15 Minuten lief er Jahre später Marathon und absolvierte einen Ironman.

Als Teamleiter und Projektmanager war dieser Weg nur durch gutes Selbstmanagement möglich.

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Michael Fennenkötter

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7 Kommentare

  1. Jeannette Heindel

    Interessantes Thema!
    Ich bin auch Zeit meines Lebens kurzfristig. Inzwischen auch mit ausgeprägter Hornhautverkrümmung. Brille trage ich nur vom Bad bis ins Bett und umgedreht. Also maximal zu Hause. Auf Grund der Stärke (dabei sind das gerade mal „nur“ -7.5) sind die Gläser und damit Fassung einigermaßen klein. Und dadurch – für mich- ein sehr verschobenes räumliches Sehen. Treppenstufen mit Brille? Horror!
    Daher trage ich seit etwa 25 Jahren Kontaktlinsen. Angefangen hatte ich damals mit harten Dauerlinsen. War das gruselig. Seit etwa 23 Jahren dann weiche Monatslinsen. Damit komme ich super zurecht.
    Auch beim Sport.
    Wenn jemand mit zu trockenen Augen zu kämpfen hat und deswegen mit Kontaktlinsen nicht zurecht kommt, würde ich nochmal einen kompetenten Optiker aufsuchen. Es gibt inzwischen sooooo große Unterschiede auf dem Kontaktlinsenmarkt und nahezu für alle Ansprüche bzw. Wehwehchen die passende Linse.
    Kontaktlinsen sind für mich *die* Wahl sowohl für den Alltag als auch für den Sport. Beim Schwimmen trag ich dann ne Svhwimmbrille (will ja die Linsen nicht verlieren) und an den Bändern der Brille bammeln dann noch meine Ohrstöpsel. In meine Ohren darf wegen porösen Trommelfells nämlich auch kein Wasser.

  2. Dieser Artikel ist wahnsinnig interessant. Ich bin Brillenträgerin seit 34 Jahren (bin 39). Und habe immer meine normale Brille zu allem getragen, warum auch nicht. Allerdings bin ich in den letzten Jahren immer kurzsichtiger geworden, habe jetzt-7 und -8,5 Dioptrien. In dieser Range braucht man Fassungen die die wahnsinnig dicken Gläser gut fassen können, von der Dicke ablenken und noch schick sind. Meine letzte Brille hat knapp 700€ gekostet, wovon 580€ für die Gläser draufgegangen sind. Meine Brille ist trotzdem kein Leichtgewicht. Deshalb habe ich eine Beratung bei meinem Augenarzt für Kontaktlinsen in Anspruch genommen, leider war ich nicht voll zufrieden und bin nochmal zum Optiker meines Vertrauens. Seit knapp 10 Jahren trage ich regelmäßig Linsen und bin bis vor einem knappen Jahr auch voll zufrieden gewesen. Leider ist es seitdem so, dass ich am rechten Auge ständig Reizungen habe und sie nach max 4 Stunden, meist schon früher, wieder rausnehmen muss. Ich laufe also gezwungenermaßen gerade mit Brille und sas ist ätzend. Sie rutscht trotz speziellen Bügeln und sie neschlägt. Das nervt auch. Kontaktlinsen sind die einzige Alternative, also muss ich wohl nochmal los. Eine Sportbrille ist für mich momentan finanziell nicht zu stemmen. Was nach diesem Bericht echt schade ist aber nicht zu ändern. Mir war diese Alternative bisher gar nicht bewusst. Also werde ich mich um die Linsen kümmern und wohl sparen müssen für eine Sportbrille, denn ich beabsichtige beim Laufen dranzubleiben.

  3. Ein echt spannender Artikel zu einem leidigen Thema. Gerade bei Kontaktsportarten wie Boxen haben für mich Kontaktlinsen auch nicht wirklich funktioniert, da diese bei entsprechenden Schlägen ins Gesicht immer wieder einmal verloren gingen. Meine Lösung war dann irgendwann mit dem Thaiboxen aufzuhören 😉
    Ansonsten verwende ich eigentlich immer Kontaktlinsen – durch eine Hornhautverkrümmung bestelle ich spezielle aus Spanien, die die Sehstärke komplett korrigieren – allerdings sind diese Monatslinsen und ziemlich teuer. Ich achte also darauf, z.B. beim Schwimmen immer eine Schwimmbrille zu tragen, damit sie nicht plötzlich verschwinden.
    Liebe Grüsse
    Ariana

    • Hi Ariana,

      ich habe Monatslinsen mal probiert, die sind besser in Sachen Sehstärke, aber tendenziell noch teurer und irgendwie vertrage ich sie auch nicht gut. Deshalb jetzt die Entscheidung für die Sportbrille. Wobei ich natürlich auch nicht boxe… 😉

      Viele Grüße
      Torsten

      PS: Danke für die Verlinkung bei dir!

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