3 Vorbilder, die dir dabei helfen dauerhaft dranzubleiben

U17-Juniorinnen Bundesliga in der Saison 2014/15. Es ist das zehnte Spiel in Folge, in dem ich „nur“ auf der Bank hocke und Ersatzspielerin bin. Mein Einsatz an diesem Tag? – Zwei Minuten in der Nachspielzeit. Kein einziger Ballkontakt. Kurz vor der Winterpause, meine Motivation ist am Nullpunkt angekommen. „But giving up is never an option“,hat eines meiner Vorbilder mal gesagt. Zlatan Ibrahimovic. Weitermachen, dranbleiben und immer und immer daran arbeiten besser zu werden. Immer, wenn es mal nicht so läuft, greife ich zu seiner Biografie „I am Zlatan Ibrahimovic“* – es inspiriert mich.

Hast Du schon mal überlegt, wer oder was deine Inspiration ist? Was treibt dich an? Was hilft dir dauerhaft dranzubleiben?

Heute stelle ich dir drei große Namen aus dem Sport vor, die Vorbilder für dich sein können. Mit einem habe ich sogar exklusiv für dich ein Interview geführt. Aus diesem Grund gilt es heute sogar im doppelten Sinne: Immer schön dranbleiben!

Was sind Vorbilder eigentlich?

Für die einen ist ein Vorbild jemand, der etwas Außergewöhnliches geleistet hat. Für die anderen ist ein Vorbild jemand, der mit einem guten Beispiel vorangeht.

Laut Duden ist ein Vorbild eine „Person oder Sache, die als Muster, als Beispiel angesehen wird, nach dem man sich richtet.“

DAS EINE VORBILD existiert in der heutigen Zeit nicht, denn wir alle begehen Fehler. Das ist menschlich. Zudem ist für jeden von uns jemand anderes ein Vorbild. Die einen schauen dabei eher auf den Charakter – ist jemand besonders ehrgeizig, diszipliniert, kann jemand auch mal Fehler eingestehen? Die anderen messen ein Vorbild an seinen Leistungen – wer hat die Champions League gewonnen und dabei vielleicht sogar das entscheidende Tor geschossen, wer hat in der Leichtathletik Olympia gewonnen?

Wobei anzumerken ist, dass wir hier Vorbilder rein im sportlichen Kontext betrachten. Vorbilder gibt es selbstverständlich auch beispielsweise in der Arbeitswelt.

Eine gemeinsame Studie zur Akzeptanz des Spitzensports in Deutschland der Deutschen Sporthilfe und der Sporthochschule Köln aus dem Jahr 2017 hat jedoch hervorgebracht, dass 85% der Deutschen Spitzensportler als Vorbilder angesehen werden:„85,6 Prozent der Bevölkerung in Deutschland stimmen der Aussage zu, dass deutsche Athleten eine Vorbildfunktion in Sachen Leistungswille ausüben.“ 1)

Das mag vor allem auch daran liegen, dass Spitzensportler immer und immer mehr in den Fokus der Medien und damit auch in unsere Interessenfelder rutschen. Sie scheinen das perfekte Leben zu führen, immer zu siegen, alles scheint perfekt zu sein. Aber vergesst nie: Erfolge kommen nicht von alleine. Diese Sportler haben hart dafür gearbeitet.

Wichtig im Umgang mit Vorbilder ist vor allem aber eins: Strebe nicht danach genauso zu werden, wie dein Vorbild. Das ist einfach nicht möglich. Du kannst nicht exakt das gleiche leisten und erreichen. Sei dir immer bewusst, was du persönlich erreichen möchtest. Dann ziehe dir aus Sportlern die Fähigkeit heraus, die dich weiterbringt. Sei es die Einstellung, sei es die Disziplin, sei es der Ehrgeiz. Solange es dir hilft dranzubleiben, bringt es dich auch ein Stück näher an das Ziel, das du anstrebst.

Vorbild #1 : Marco Reus – Verletzungen bedeuten nicht gleich das Aus!

Im Juni 2014 zog sich der Marco Reus, Offensiv-Spieler der Borussia aus Dortmund, die wohl bitterste aller Verletzungen im letzten Spiel vor der Weltmeisterschaft in Brasilien zu. Im Testspiel gegen Armenien in Mainz erlitt er einen Teilriss des vorderen Syndesmosebandes oberhalb des linken Sprunggelenks.

Die anschließende WM, die Deutschland den Weltmeistertitel einbrachte, war für den Flügelflitzer ein Traum, der nicht in Erfüllung ging. Letztlich fiel er insgesamt 66 Tage aus. Damit begann eine lange Leidenszeit (nachfolgend aufgeführt nur die langwierigen Verletzungen):

  • September 2014: Außenbandanriss im linken Fuß, Ausfallzeit: 28 Tage
  • November 2014 – Januar 2015: Außenbandriss Sprunggelenk, Ausfallzeit: 45 Tage
  • Mai-November 2016: Schambeinentzündung, Ausfallzeit:176 Tage
  • März/April 2017: Muskelbündelriss, Ausfallzeit: 38 Tage
  • Mai 2017 – Januar 2018: Kreuzbandriss, Ausfallzeit: 220 Tage

Zu erkennen, was diesen Spieler so besonders macht, ist nicht schwer. Wille, Leidenschaft, Ehrgeiz und Charakterstecken in Marco Reus. Keine einfachen Verletzungen plagten den Flügelflitzer in den letzten Jahren – doch aufgeben war für ihn nie eine Option.

Ganz im Gegenteil: Seine Ankündigungen immer wieder stärker zurück zu kommen waren keine lose dahingesagten Versprechungen. Marco Reus hielt sie auch und kam immer wieder stärker zurück. Eine Verletzung ist eben nicht gleich das Aus – eine Verletzung ist auch immer die Chance besser zu werden als man schon war. Ganz nach dem Motto: Stronger because of it!

Vorbild #2 : Gesa Krause – Sturz im WM-Lauf 2017 in London

Der 3000-Meter-Hindernislauf ist Gesas absolute Spezialität. Bronze-Medaille bei den Weltmeisterschaften 2015 und der Europameister-Titel 2016. 2017 setzte sich Gesa Felicitas Krause fest zum Ziel bei den Weltmeisterschaften in London die Gold-Medaille zu erlaufen. In Top-Verfassung reiste sie an – doch manchmal spielt das Schicksal eben einfach verrückt. Nach nicht einmal einem Drittel der Strecke stürzte die gebürtige Frankfurterin unverschuldet, bekam auch noch einen Schlag gegen den Kopf ab. Der Grund? – Die Kenianerin Beatrice Chepkoech verursachte eine Karambolage und Krause war plötzlich Schlusslicht des Feldes.

Doch auch Krause ist jemand, für den der Ausdruck „Aufgeben“ im Wörterbuch nicht existiert.Sie kämpfte sich zurück, beendete das Rennen als Neunte. Neunte statt Weltmeisterin.

Die Enttäuschung saß tief. Wer jedoch denkt, dass die Geschichte sei nun beendet ist, kennt die 29-jährige nicht.

Ein Jahr später, Berlin. Europameisterschaft. Gesa Krause wieder in der Form ihres Lebens. Bereit für die Gold-Medaille. Bereit für ihren dritten großen Titel. Und Gesa wäre nicht Gesa, wenn sie dieses Rennen nicht souverän gewonnen hätte. Der letzte Wasser-Graben im Berliner Olympia-Stadion wurde zum Verhängnis für die vor ihr laufende Schweizerin Fabienne Schlumpf. Nicht etwa, weil sie stürzte wie Krause im Vorjahr. Nein, weil Krause an ihr vorbeizog und es so leicht wie eh und je aussah.

Auch Gesa Krause ist eines dieser Vorbilder, das zeigt: Aufgeben ist keine Alternative.

Vorbild #3 : Exklusiver Tipp für dich von Sven Knipphals – Ex-National-Sprinter & „schnellster Wolf“

Als Ausdauer-Läufer muss man manchmal auch auf die schauen, die ein bisschen schneller unterwegs sind. So wie beispielsweise Sven Knipphals: Ex-Sprinter der deutschen Nationalmannschaft, dem VfL Wolfsburg angehörig & eines der besten Beispiele wenn es darum geht, Studium/Beruf und Sport unter einen Hut zu bringen und sich über die Jahre hinweg konstant weiterzuentwickeln.

Im Fußball als Jugendlicher immer der Schnellste, konnte er von den Verteidigern oft nur mit einer Notbremse gestoppt werden. Als er sich mit 16 Jahren dann entschloss mit der Leichtathletik zu beginnen, hatte er schnell seine beiden Parade-Disziplinen gefunden: Weitsprung und Sprint.

12,31 Sekunden lief er damals über 100 Meter – was vergleichsweise eher schlecht ist. Dass man damit „nicht mal in das Landesmeisterschaftsfinale“ kommt, wie er in seinem neuen Buch „Mach dich schneller“ schreibt, interessiert heute keinen mehr.

Über elf Jahre konnte er sich stetig verbessern, vereinbarte ein Chiropraktik-Studium in Bournemouth, England und später, zurück in Deutschland, seinen Job als Chiropraktor mit seinem Leistungssport.

Mit 10,13 Sekunden ist der gebürtige Hannoveraner bisweilen der neuntschnellste Deutsche in der ewigen Bestenliste.

Credit: Sven Knipphals

Sein exklusiver Tipp für dich zum „Dranbleiben“?

„Das klingt immer so platt, aber Fakt ist: Du musst das für dich selbst machen. Du trainierst nicht für deinen Trainer, deine Eltern oder deine Gegner. Du trainierst, weil du etwas erreichen willst. Du musst das schon für dich machen, das ist das Entscheidende.“

Früher habe ihn der Sprinter Asafa Powell inspiriert – oft habe er sich YouTube Videos des Leichtathleten angeschaut. Als dieser 2013 positiv auf Doping getestet worden war, war das Thema erledigt.

Motivation? – „Klar, Musik hat da vor einem Wettkampf auch eine Rolle gespielt. Ich musste mich aber eigentlich nie motivieren, nie hochziehen. Im Grunde kam die Motivation bei mir schon immer von innen.“

Die Leistungen von Sven Knipphals sprechen eben auch für sich.

Mit der deutschen Sprintstaffel 4 x 200m startete er bei der Staffel-WM 2015 auf den Bahamas. Der Vorlauf brachte deutschen Rekord (1:21,46), im Finale gab es WM-Bronze. 2014wurde er Vize-Europameister mit der deutschen Sprintstaffel 4 x 100m und 2016 holte er mit dem Quartett Bronze kurz vor den Olympischen Spielen.

Im August dieses Jahres beendete er seine aktive Karriere. Der Leichtathletik bleibt der „schnellste Wolf“ allerdings treu. Er betreut seitdem seine ehemalige Trainingsgruppe rund um Bundestrainer Ronald Stein in Leipzig.

Sven Knipphals zeigt: Harte Arbeit, Leidenschaft für Job und Sport zahlen sich auf lange Sicht immer aus.

Winners never quit, quitters never win

Aus diesem Grund lautet das Motto: „Winners never quit, quitters never win.“ (Gewinner geben nie auf, die die aufgeben, werden nie gewinnen). Dranbleiben, sich mal durch nicht so einfache Trainingseinheiten durchboxen und sich von Rückschlägen nicht unterkriegen lassen – das zeigen diese drei Vorbilder: Marco Reus, Gesa Krause und Sven Knipphals.

Wer sind deine Vorbilder? Ich freue mich auf deinen Kommentar und bis dahin, sportliche Grüße! Deine Michelle

 

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Vorbilder können dir helfen, um dauerhaft dranzubleiben. Michelle hat drei wunderbare Beispiele au der Welt des Spitzensports rausgesucht.

Quelle:
1) https://www.sporthilfe.de/ueber-uns/medien/pressemitteilungen/spitzensportler-sind-vorbilder-fuer-85-prozent-der-deutschen/

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Über die Autorin: Michelle Brey

Michelle Brey

Fußball, Auspowern, Musik und Schreiben: Das bin ich. Michelle aus München.

Mit bereits fünf Jahren bin ich der Leichtathletik verfallen, zwei Jahre später dem Fußball. In der U17 mischte ich die Juniorinnen Bundesliga, die höchste Fußballliga Deutschlands für Mädchen, auf.

Neben dem Sport schreibe ich leidenschaftlich gerne und hoffe hier meine Leidenschaft zum Sport und dem Schreiben vereinen zu können und so dir, dem Leser, hilfreiche Tricks&Tipps geben zu können!

Ich freue mich auf dich. Sportliche Grüße, Michelle

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