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Laufgeschichten: Das ist Freiheit, Baby

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Da stöbere ich an einem verregneten Tag etwas demotiviert auf Facebook herum und entdecke das. Bääääm! Manche Geschichten sind einfach so gut, die müssen für die Nachwelt festgehalten werden. Hier ist so eine – Andi van Brakel berichtet von seinem Lauf, davon dass er eigentlich keine Lust hat und dann wird daraus die reinste Poesie in Laufschuhen. Lest selbst…

Das ist Freiheit, Baby

Keine Lust.

Aber so wie Papa früher schon sagte, man könne durchaus auch ohne Lust zur Schule gehen, denke ich, man kann auch ohne Lust laufen.

Aber nur, ich betone nur, die 5 Pflichtgewissenskilometer. Ohne Lust. Nur wegen der Schokolade, oder der Fassbrause, oder, oder…

Betont lustlos trabe ich los. Hinterm Lidl, also nach cirka 1 Kilometer beginnt Bilderbuch-Ostfriesland. Und zwar so Bilderbuch, das glaubt keiner, dass man soviel Klischees in die Realität packen kann.

Rechte Hand Rapsfelder, linke Hand Kühe, geradeaus hinter den Windrädern der Deich auf dem Schafe und Lämmer stehen. Hinter dem Deich ist der Dollart, das Wattenmeer.

Ich ziehe eine Nase Raps und gucke auf den Deich. Glutrot steht die Sonne am Himmel und ist im Begriff nach einer kurzen Deichwanderung hinterm Dollart, direkt am Knock vom Meer vernascht zu werden.

Darauf laufe ich zu. Nach Kilometer 2 kann ich mich entscheiden, Links herum nach Hause, rechts herum nach Hause. Oder geradeaus. Auf den Deich zu. Die Entscheidung ist klar : Keine Lust. Keine Lust mir das entgehen zu lassen.

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Liebe Sonne, du und ich im Paarlauf am Deich lang. Kurz vor der Holländischen Grenze nach Kilometer 3 biege ich Rechts ab und bin mit der Sonne auf einer Höhe. Sie hinterm Deich, ich davor. Wir laufen im Gleichklang.

Ab und an schiele ich über den Deich. Das Dollartsperrwerk, welches Holland von Deutschland trennt oder vereint, den Kiekkaaste der ins Wattenmeer hineingeht, dahinter Emden, der Leuchtturm an der Knock, den Verladehafen von VW und die grenzenlose Freiheit der Nordsee, die im Begriff ist, die Hälfte meines Laufpartners zu verschlucken.

Längst ist aus Lustlos ziemlich Erlebnisorientiert geworden. Statt 5 Pflichtkilometern bin ich bei Kilometer 7,5 angelangt. Nun muss ich mich entscheiden. Und treffe, zuerst die falsche Entscheidung. Ich winke der Sonne ein Lebewohl und biege in den Windpark ab. Es wird kälter im Schatten. Die Geräusche der Rotoren stören mich. Ich konzentriere mich auf den Raps. Golden und duftend. Herrlich.

Ein kurzes Aufleuchten und ich drehe mich nochmals zur Sonne um. “ Sei es drum „, denke ich mir, schlage einen Harken und laufe ihr nochmals entgegen. Einen Kilometer, lass gut sein 2, begleite ich sie nochmals am Deich entlang. Dann ist sie verschwunden.

Neptun hat sie endgültig verschluckt, um sie an einem anderen Ende der Welt wieder auszuspucken. Ich pulsiere. Kilometer 14 und ich bin voll mit Endorphinen voller Licht und Glück.

Davon zerre ich in dem gleichzeitigen Aufziehen gnadenloser ostfriesischer Kälte, welche vom Wind über den Dollart ins Land getragen wird. Es muß Flut sein. Egal.

Ich laufe entspannt nach Hause. Schnaufend, im Garten stehend denke ich : Das ist Freiheit, Baby. Laufen ist Freiheit.

Ich kann die Sonne begleiten, dabei laufen und glücklich sein. Die Sonne, die Sonne und sie verfolgen wie sie im Meer versinkt. Freiheit Baby. Ich kann so lustlos loslaufen und so glücklich nach Hause kommen.

tag14

Wunderschön, oder? Hast du jetzt auch Lust auf Laufen? Auf das Meer? Ich schon! Vielen Dank an Andi van Brakel, der diese Geschichte in einer Laufgruppe auf Facebook veröffentlicht hat. Und vielen Dank dafür, dass ich sie hier euch präsentieren darf.

Übrigens wenn du auch so tolle Lauf- oder andere spannende Sportgeschichten hast, dann schicke sie mir doch. Ich freue mich darauf, deine Geschichte hier im Blog zu veröffentlichen. Schreibe mir dazu eine E-Mail an info@ausdauerblog.de oder benutze das Kontaktformular.

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Torsten

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