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SwimRun – der neue charmant-verrückte Ausdauersport aus Schweden

Foto: Christian Siedler

Ein Gastbeitrag von Florian Skiba

SwimRun ist ein neuer charmant-verrückter Ausdauersport, der seit geraumer Zeit auch in Deutschland immer mehr Sportler begeistert.

Im Nachfolgenden erklärt dir Florian, einer der beiden Organisatoren der SwimRun Urban Challenge, Deutschlands größter SwimRun-Event-Serie, die Besonderheiten und den Reiz der neuen Sportart.

Was ist dieses SwimRun?

SwimRun heißt Freiwasser-Schwimmen & Querfeldein-Laufen im mehrfachen fliegenden Wechsel, ganz ohne Wechselzone & Umziehen. Du läufst im Neo (oder Badeklamotte/Trisuit – das hängt ganz von den Wasser- und Lufttemperaturen ab) und schwimmst mit Laufschuhen – im 2er-Team oder als Einzelkämpfer!

Was ist der Unterschied zum Triathlon?

Im ersten Moment denkst du vielleicht, Swimrun sei wie Triathlon ohne Fahrradfahren – das ist es jedoch nicht.

Zunächst ist da der mehrfache Wechsel von Laufen und Schwimmen. Das sorgt nicht nur für Action beim Wettkampf, sondern ist aus sportlicher Sicht eine ganz besondere Herausforderung. Beim Triathlon folgt nach dem Schwimmen das Radfahren. Hier werden überwiegend die Beine belastetet, während der Rest des Körpers Pause hat. Beim SwimRun folgt nach dem Schwimmen sofort wieder beim Laufen die Belastung des ganzen Körpers – ferner findet jedes Mal ein Wechsel aus der Horizontalen (Schwimmen) in die Vertikale (Laufen) statt.

Foto: Christian Siedler
Foto: Christian Siedler

Regelmäßige Wechsel zwischen Schwimmen und Laufen

Und nach einem Wechsel ist anders als beim Triathlon noch lange nicht Schluss. Je nach Event wechselt Ihr zwischen 15 – 20 Mal – das kostet ganz schön Körner, macht aber eben auch unglaublich Spaß (auch im Training) und eben den sportlichen Reiz aus.

Es gibt keine festen Distanzen wie beim Triathlon. Wir haben SwimRun einer bierseeligen Idee (wie übrigens auch der Ironman) von zwei passionierten schwedischen Sportlern zu verdanken. Diese haben dann – wahrscheinlich wieder nüchtern – 2006 erstmals die Inselkette vor Stockholm schwimmend und laufend durch- bzw. überquert. Die Geburtsstunde des SwimRun im Allgemeinen und dem ‚ÖtillÖ‚ (dt. Insel zu Insel), der inoffiziellen SwimRun Weltmeisterschaft, im Speziellen. Beseelt von dieser Idee, passt sich die Streckenführung beim SwimRun auch bei allen anderen Events immer den natürlichen Gegebenheiten vor Ort an und folgt nicht fix vorgegebene Distanzen – der Weg ist das Ziel.

Safety first – du startest im Team

Bei SwimRun wird traditionell in Teams gestartet (entweder Mann/Mann, Frau/Frau, oder Mixed). Achtung: Team heißt hier, dass Ihr die ganze Strecke zusammen schwimmt und lauft – also nicht wie in einer Staffel, wo jeder nur einen Teil absolviert. Der Teamgedanke ist auf die Anfänge des SwimRun-Sports in Schweden zurückzuführen. Da man aufgrund der enormen Distanzen die Strecken nicht hinreichend mit Rettungskräften absichern konnte, entstand die Idee des persönlichen Sicherheitsmanns / Sicherheitsfrau, Deinem Teampartner. Auch noch heute ist dies der gängige Usus bei allen etablierten SwimRuns, die in der Wildnis stattfinden. Bei diesen ist u.a. immer auch Verbandsmaterial am Mann oder Frau zu tragen.

Foto: Christian Siedler
Foto: Christian Siedler

Gemeinsam kämpfen, jubeln, fluchen, abfeiern…

Neben dem reinen Sicherheitsaspekt verleiht der Team-Charakter den Events aber einen ganz besonderen Charm – wo sonst könnt Ihr Euch gemeinsam durch eine anspruchsvolle Strecke kämpfen, jubeln, fluchen, abfeiern … Wir lieben diesen Aspekt auf jeden Fall ganz besonders.

Bei unseren Events darfst du übrigens auch als Einzelkämpfer/in an den Start gehen, da wir – anders als in Skandinavien – auf unseren Strecken flächendeckend an Land und zu Wasser Rettungskräfte positioniert haben – da bist du auch alleine so sicher wie in Abrahams Schoss. Sofern du einen Partner oder eine Partnerin findest, empfehlen wir aber immer den Teamstart, leider geil …!

Schwimmen in Turnschuhen, Laufen im Neo! Warum denn das?

Klingt erstmal merkwürdig, macht aber Sinn. Ein Umziehen in der Wechselzone wie bei einem Triathlon würde nicht nur zu viel Zeit kosten. Bereits bei einem kurzen SwimRun sind bis zu 10 Wechsel zu bewältigen – zu lang!

Außerdem musst du beim Laufen deinen Neo mitschleppen und beim Schwimmen die Schuhe und mögliche Laufsachen in einem wasserdichten Beutel mitführen – zu lästig! Auch wir hatten vor unserem ersten SwimRun große Bedenken und viele Fragezeichen. Letztendlich haben Sie sich aber alle als unbegründet dargestellt. Wir waren einfach nur begeistert!

Schwimmen mit Turnschuhen ist übrigens genau wie das Laufen mit nassen Schuhen überhaupt kein Ding. Die Turnschuhe erzeugen soviel Auftrieb, die merkst du gar nicht – außerdem darfst du auch Auftriebshilfen, sogenannte Pullbuoys, nutzen – diese liefern zusätzlichen Auftrieb und du kannst deine Beine beim Schwimmen gemütlich ausruhen, um Kraft für den nächsten Laufabschnitt zu sammeln.

Foto: Christian Siedler

Wie Laufen bei Regen…

Beim Laufen ist das Wasser nach den ersten Schritten auch schon wieder aus dem Schuh raus – danach merkst du die nassen Schuhe im Eifer des Gefechts gar nicht mehr – als Hamburger sage ich immer, ist wie Laufen bei Regen .

Das Laufen im Neo ist da schon etwas gewöhnungsbedürftiger. Klingt aber immer alles wilder als es am Ende ist. Ein Neo ist bei den meisten Events erst dann Pflicht, wenn das Wasser zu kalt wird (so ab 18 Grad). Vorher steht es dir frei, im Neo oder im Tri-Suit zu starten. Ein Neo hat natürlich den Vorteil einer besseren Wasserlage und damit auch einer schnelleren Schwimmzeit.

Man kann auch im Neo laufen…

Außerdem besteht gerade bei langen Schwimmstrecken (bei manchen Events über 2 km am Stück) auch bei vermeintlich warmem Wasser die Gefahr der Unterkühlung. Was im Wasser hilft, ist an Land leider oftmals etwas hinderlich – zu warm, zu unflexibel. Es gibt mittlerweile aber extra SwimRun Neos (u.a. von HEAD oder von Sailfish *). Diese sind aus besonders flexiblem Neopren – damit du besser laufen kannst – und haben je einen Reisverschluss vorne und hinten, um den Neo beim Laufen zumindest oben schnell aus- und wieder anzuziehen.

Gerade bei kurzen Einsteiger Events tut es aber auch ein normaler Neo – haben wir bei unseren ersten SwimRuns auch gemacht – war gar kein Problem. Also mach dir da nicht zu sehr einen Kopf. Ferner kann man mittlerweile bei den meisten Events vor Ort auch einem SwimRun Neo für kleines Geld für das Event leihen.

Foto: Christian Siedler
Foto: Christian Siedler

Für wen ist SwimRun geeignet?

SwimRun ist genau das Richtige für alle Triathleten, Schwimmer, Läufer und Sportbegeisterte – und bei diesen Temperaturen eine besonders erfrischende Alternative zu Lauf- und Triathlonveranstaltungen.

In wie weit ein SwimRun für dich geeignet ist, hängt natürlich immer von deinen ganz individuellen Leistungsniveau zu Land und zu Wasser und den entsprechenden Streckenprofilen ab.

Uns ist extrem wichtig, SwimRun als eine attraktive Sportart für alle, die Spaß am Sport haben, zu platzieren, nicht nur für Leistungssportler. Deshalb gibt es bei unseren Events auch immer eine kurze ‚Sprint Distanz‘ (in Summe ca. 6-8 km) und eine längere ‚Classic Distanz‘ (in Summe ca. 13-17 km). Bei unseren SwimRun Sprints können eigentlich alle mitmachen, die am Stück 200 m schwimmen und in Summe ca. 5 km laufen können. Die Unterteilung der Schwimmstrecke in mehrere Abschnitte macht SwimRuns dabei insbesondere auch für weniger trainierte Schwimmer interessant – das holst du dann beim Laufen einfach wieder rein.

Last but not Least!

Wir können dir nur empfehlen, SwimRun einfach mal auszuprobieren. Macht wirklich riesigen Spaß und ist wirklich mal ein erfrischend anderes Format.

Eben Abenteuer, Natur, Sport und Team!

SwimRun befindet sich noch in den Kinderschuhen, ähnlich wie Triathlon damals in den 80er Jahren. Bei den Events gibt es noch eine familiär-lockere Stimmung fernab vom Kommerz der anderen Sportarten. Also schau vorbei und lass dich auch vom SwimRun Virus infizieren.

Über den Autor:

Florian Skiba ist als waschechter „Hamburger Jung“ einer der beiden Mitgründer und Race Directors der ‚SwimRun Urban Challenge‚.

Florian ist schon eine Ewigkeit begeisterter Triathlet (seit 1996 Mitglied der Tri-Michels Hamburg), Läufer und Wassersportler (Rudern, Segeln, Schwimmen).

Seinen ersten und bisher einzigen Ironman absolvierte er 1999 in Roth (old School noch in Badehose und Tank-Top und auf 26 Zoll Bike) – im selben Jahr knackte er beim Hamburg Marathon auch die 3 Std. Schallmauer. Ein Ironman in seiner Heimatstadt Hamburch und ein Start bei der ÖtillÖ-WM in Schweden wären nochmal was – steht beides für 2019 auf der Bucket-List

2016 hat sich Florian dann beim ÖTILLÖ SWIMRUN UTÖ Sprint und dem Höga Kusten mit dem SwimRun Virus infiziert. Diagnose unheilbar! 🙂

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Anja Rogge

2 Kommentare

  1. Ich liebe das Format auch sehr. Schon allein, weil ich so auch trainiere – Run-Swim-Run. Aber es gibt auch mittlerweile Veranstaltungen, die man als Einzelstarter mitmachen kann. Erst vor einigen Wochen habe ich mich der Herausforderung in Rheinsberg gestellt. Was für eine Anstrengung. Ich war mehr als 3,5 Stunden unterwegs und zum Ende absolut erledigt. Unglaublich. Jedoch ein großer Spaß.

    • Hi Din,

      kann mich noch gut an deinen Blogpost erinnern, dass du das öfters machst.
      Ich war kurz davor, jetzt Anfang September in Ingolstadt zu starten, „leider“ hatte ich mich aber schon in Podersdorf für einen olympischen Triathlon angemeldet. Vielleicht dann nächstes Jahr…

      Viele Grüße
      Torsten

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