Endlich mehr Sport: Erzähle deine Geschichte (Teil 4)

„Kindern erzählt man Geschichten zum Einschlafen – Erwachsenen, damit sie aufwachen.“ (Jorge Bucay)

Erzähl uns deine Geschichte! Inspiriert durch den tollen Erfolg von Marcus, der durch Sport und Ernährung 40kg in einem Jahr abgenommen hat, ist in unserer Facebook-Gruppe „Endlich mehr Sport“ eine neue Idee geboren. Ich werde im Ausdauerblog dich zu Wort kommen lassen – erzähl uns deine Geschichte!

Heute im vierten Teil läuft Jeanette zu ihrem Traum. Jörg ist ein Dauerläufer und der fleißigste Läufer in unserer Facebook-Gruppe. Warum er läuft erklärt in seiner Geschichte und seine Tipps zur Ernährung gibt es obendrauf.

Von der Wasserrutsche zum Miami Halbmarathon

von Jeanette Hänggi

Ich heisse Jeanette und bin 43 Jahre alt. Ich war mein ganzes Leben lang schlank, bis ich während den Schwangerschaften zugenommen habe und aufgehört habe zu rauchen.

Es wurden immer mehr Kilos und irgendwann spielte es halt auch keine Rolle mehr. Ich war vor 3 Jahren knapp hundert Kilo schwer und fühlte mich schrecklich, hatte aber zu viel Mitleid mit mir selber und keine Disziplin etwas zu ändern.

Ich brauchte mehrere Schlüsselerlebnisse und dann machte es klick: Ich konnte keine normalen Kleider mehr kaufen, sondern musste zu den grossen Grössen. Ich sah mich im Badekleid im Urlaub und war schokiert-  mein Rücken warf hinten Wellen…

Das letzte war aber das: Ich war im Schwimmbad und war auf einer Wasserrutsche, hinter mir 2 Teenies. Da sagte der eine zum andern: Pass auf, die Dicke da vorne! Ich ging in die Garderobe, sah in den Spiegel und dachte: „Er hat Recht-jetzt ändere was, oder du bleibst dein Leben lang so.“

Ich stellte die Ernährung um, habe angefangen Kalorien zu zählen und begann mit Zumba. Danach kam Schritt für Schritt mehr Sport dazu. Unter anderem ging ich walken. Und plötzlich hatte ich eine unbändige Lust zu rennen und hab es getan. Ich lief nur 500 Meter, aber das war grandios.

Im März 2014 habe ich mit dem Laufen begonnen und im Sommer meinen ersten 6 km Lauf gemacht. Dann wurden es 10 km und immer mehr. Ich habe bei Fishermens Friend Läufen mitgemacht und habe jetzt mehrere Halbmarathons gelaufen.

Im Januar erfülle ich mir einen grossen Traum: Ich laufe in Miami den Halbmarathon und darauf freue mich sehr. Ich konnte feststellen, wie sehr ich meine Zeiten und meine Ausdauer verbessert haben. Ich habe bald 30 Kilo abgenommen und fühle mich gesünder als jemals zuvor.

Ich habe viel mehr Selbstbewusstsein und wenn mich das Laufen eins gelehrt hat: Ich bin zu so viel mehr fähig, als ich jemals in meinem Leben gedacht habe. Diese Erkenntnis begleitet und freut mich jeden Tag. Und weil Ziele eine so schöne Motivation sind, möchte ich bald meinen ersten Marathon in Angriff nehmen.

Wie Sport zur Leidenschaft wurde

von Jörg Baudach

Viele machen Sport als Ausgleich, als Maßnahme zur Gewichtsreduzierung aber ich mache es einfach um mein Gewicht Stabil zu halten.

Aber fangen wir mal von vorne an:

Mein Name ist Jörg Baudach, Baujahr 1969 mit einer Körpergröße von 169 cm und einem jetzigen Gewicht (November 2016) von 56 kg. Dieses war mal anders.

Nicht wie andere habe ich das Problem des Übergewichts, sondern eher des Untergewichts.

Dieses fing im Kindesalter schon an…damals haben meine Eltern es auf den Sport / Fussball geschoben – zuviel an Bewegung. Denn damals im Alter von 16 Jahren habe ich noch nicht einmal soweit ich mich erinnere ein Gewicht von 45 kg.

Der kleine Dürre…so wurde ich in der Schule dann immer genannt.

Dieses zog sich bis zu meinem Erwachsenenalter weiter durch. Wobei Sport für mich immer als Leidenschaft in meinem Kalender eingeplant war – Karate Verein, Fussball, Eishockey um ein paar Aktivitäten zu nennen.

Das Essen war nicht mein Problem – nein ich bin auch nicht magersüchtig. Ich mag das Essen, und ich brauchte auch damals nicht grossartig auf mein Essen achten. Ärzte haben mir prophezeit, wenn ich denn das 30 Lebensjahr vollendet habe wird sich dieses ändern. Nein, es hat sich nicht geändert.

Mein Problem war eine zugute Fettverbrennung mit zu wenig Kohlenhydraten und überhöhter Schilddrüsenfunktion.

Den Sport mache ich mittlerweile um meine Muskeln aufrecht zu erhalten. Ich brauche eine erhöhte Menge an Kohlenhydraten, das was andere verteufeln. Low Carb hat bestimmt jeder schon einmal gehört. Für mich wäre das sehr kontraproduktiv, denn dann würde ich an Muskelmasse und an Gewicht verlieren.

Ich bin noch immer nicht der stämmige Kerl der ich mal sein wollte – wie bereits geschrieben wiege ich 56-58 kg. Sport ist für mich aber eine Leidenschaft geworden.

Der Sport ist bei mir soweit fest im Kalender integriert. Das Laufen ist mein Lieblingssport. Und ja – ich bin unter ärztlicher Kontrolle weil ich fast jeden Tag laufe mittlerweile. Längere Strecken zu laufen bin ich gewohnt, wobei auch ich natürlich auch den normalen Schwächen des Menschen unterliege – unterschiedliches Tempo / unterschiedliche Gemütszustände.

Aber das Laufen gehört bei mir zum Alltag, zum wach werden.

Anders sieht es bei meiner Frau aus. Ich bin seit 1993 verheiratet – und in Sachen Sport ist meine Frau genau das Gegenteil.

Sport ist nicht ihr Ding – obwohl Sie mich mit meiner Leidenschaft Sport kennengelernt hat.

Wie viele andere hat auch bei mir der Sport auch mal Stillstand gehabt. Bedingt durch meine Arbeit als Marktleiter in einem Baumarkt habe ich den Sport nicht mehr der Zuwendung zeigen können – aber auch bedingt das ich Filialen die über 100 km von meinem damaligen Wohnort entfernt waren leiten musste.

Weil ich die langen Öffnungszeiten sowie die Fahrzeiten nicht mehr in Kauf nehmen wollte, stand ein Wechsel der Arbeit an. Jetzt gehe ich einer anderen Arbeit nach und bin von der Großstadt Bremen auf das Land gezogen. Habe die Natur wieder entdeckt und somit auch das Laufen. Mein Gewicht ist bis dahin wieder runter auf 50-52 kg gegangen.

Zum damaligen Zeitpunkt habe ich mich natürlich auch einer ärztlichen Untersuchung unterzogen. Auch eine Ernährungsberatung gehörte dazu. Denn ich nahm einfach nicht zu. So paradox es auch klingen mag, den Sport mache ich zur Gewichtserhaltung und zur Muskelerhaltung. Und ich habe keinen Schweinehund mehr morgens – sei es auch noch so dunkel – laufen zu gehen. Auch Wind und Wetter hat mich soweit auch noch nie richtig vom dem leidenschaftlichen Laufen abgehalten.

Dieser Bericht ist auch allen denen gewidmet die genau wie ich in der Kindheit und im späteren Leben Sprüche aufgrund des geringen Körpergewichts ertragen müssen. Auch wir müssen das Gewicht regelmässig kontrollieren. Ich achte sehr bewusst auf Kohlenhydrate sowie Eiweiß was ich regelmässig auch in einem Ernährungstagebuch einpflege.

Warum mache ich Sport – Gewichtserhaltung ist ein Grund – die andere ist die Leidenschaft

Im Laufe der Zeit habe ich gemerkt, dass mir der Sport immer gut tat. Das ist auch der Grund, dass es mir sehr leicht fällt, den Schweinehund zu überwinden. Meine Zielvorgabe war nicht ein Bodybuilder zu sein. Zielführend war für mich ist die Fitness und das allgemeine Wohlbefinden. Diese Rechnung ging voll auf.

Durch den Sport habe ich gemerkt das mein Körper selber die Vitalität fordert. Ich bin dadurch innerlich wesentlicher mobiler geworden. Ein Lob vom Arzt hat dies bestätigt. Solche Worten wie: „So einen gesunden Menschen habe ich lange nicht mehr gesehen.“ gingen runter wie Öl.

Sicherlich spielt aber hier nicht nur der Sport die entscheidende Rolle – auch das Thema Ernährung was fast 80 % ausmacht trägt zu den vorher benannten Ergebnis bei. Die Ernährungsberatung war dort auch sehr entscheidend.

Vieles dieser Tipps die ich von den Personen der Ernährungsberatung erhalten haben erinnerten mich an meine Kindheit.

Viele Weisheiten wie morgens Essen wie ein Kaiser, Mittag wie ein König und Abends wie ein Bettler zu Essen brachten viele Erinnerungen wieder hervor die wegen der Arbeit in Vergessenheit geraten sind. Denn es nicht so ohne weiteres machbar immer Mittags warm zu Essen, somit wurde das Abendessen mit Warmgerichten zur Gewohnheit.

Die Ernährungsberatung hat mir Einzelheiten früherer Abläufe nahegelegt, was man immer noch Leben sollte, insofern man keine richtige Schichtarbeit mit Nachtarbeit hat.

Frühstück

Man stelle sich vor, morgens für sein Frühstück erst einmal auf die Jagd gehen zu müssen. Dieses kann der Weg zum Bäcker oder zum Kaufhaus sein um sein Frühstück zu erhalten.

Zu damaliger Zeit ist man auf die Jagd gegangen, hat ein Reh oder ähnliches erlegt um was zum Essen zu haben. Da man heute kein Reh mehr erledigen muss ist es halt der Bäcker oder der Supermarkt.

Am morgen sollte man den Kohlenhydratspeicher auffüllen um genügend für den Tag mit Treibstoff für Muskeln und Gehirn gerüstet zu sein. Kohlenhydrate sind in Brötchen, Brot, Müsli usw. enthalten.

Auch in Schokolade ist Kohlenhydrate enthalten die aber nicht langfristig wie in Brötchen, Brot (Vorzugsweise Vollkorn) zur Verfügung stehen. Die Kohlenhydrate bei Schokolade wandern sofort ins Blut und sorgen für einen Anstieg des Blutzuckerspiegels und machen auch nicht lange satt, sorgen aber für einen Energieanschub bei Wettkampfläufen usw.. Als Belag darf es durchaus Marmelade, Ei oder ähnliches sein. Ich persönlich esse hier vorzugsweise Quark mit Marmelade und Müsli.

Mittag

Auch hier sollte man eine gewisse Menge an Kohlenhydraten zu sich nehmen. Hier Vorzugsweise Kartoffeln, Reis. Nudeln haben in der Regel sehr viel Kohlenhydrate und sorgen dafür das man Träge nach dem Verzehr wird.

Aber die Kohlenhydrate halten lange vor und sind für ein Wettkamp am nächsten Tag optimal für die entsprechende Energie. Auch hier wieder der Vergleich zu den Zeiten der Vergangenheit – man erinnert sich an den Jäger. Das Reh oder das Wild wurde noch nicht aufgegessen, somit wurden hier die Reste gegessen.

Abend

Hier esse ich dann keine Kohlenhydrate mehr. Eiweiß, Gemüse gehören dann zu meinem Lebensmittel. Mein Kohlenhydratspeicher ist genug aufgefüllt und bedarf keiner zusätzlichen großen Zunahme.

Zu Eiweiß gehören nicht nur Eier, auch Fleisch, Käse usw. darf es sein. Nun wieder der Vergleich zu der Vergangenheit – es wurden hier vermehrt Beeren gegessen. Diese haben zwar auch ein wenig Kohlenhydrate in Form von Fruchtzucker, aber es hielt sich in Grenzen.

Beim Schlafen benötigt man keine großartige Menge an Kohlenhydraten, diese Energie muss nicht. Sicherlich gibt es auch bei mir auch Ausnahmstage wo ich auch Abends mit Frau und Freunden Essen gehe und Reis / Pommes (also Kohlenhydrate) zu mir nehme. Aber das sind Ausnahmen.

Schlaf

Eine Regelmässigkeit sollte auch hier rein, laut der Ernährungsberatung. Es ist mir bewusst, dass es nicht bei jedem machbar ist aufgrund der Arbeitszeiten (Schichtarbeit). Meine Zeiten haben sich soweit eingependelt das ich selbst ohne Wecker morgens um 05:00 wach werde. Ich habe ein Schlafzeit von 6-7 Stunden pro Tag. Gegen 22:00 Uhr bin ich meist so müde das ich ins Bett gehe.

Ausnahmen sind hier das Wochenende.

Bei dieser Zusammensetzung habe ich auch Energiezuwachs vermerken können was mich beim Laufen wunderbar geholfen hat.

Diesen Bericht habe ich geschrieben, weil ich oft die Kommentare höre – woher nimmst Du die Energie. Sicherlich spielt hier auch ein Aufbau der Muskulatur eine Rolle die ich bereits über einen sehr langen Zeitraum aufgebaut habe.

Warum wolltest/willst du mehr Sport machen? Was waren/sind deine Beweggründe? Hast du dein Ziel erreicht und welche Hindernisse lagen auf dem Weg? Was hat dir geholfen, was hat dich inspiriert? Erzähle deine Geschichte!

Wenn auch du an der Aktion teilnehmen möchtest, dann sende mir eine E-Mail mit deiner Geschichte und mindestens einem Foto an topre@ausdauerblog.de

Endlich mehr Sport – erzähle deine Geschichte

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Über den Autor: Torsten Pretzsch

Ich bin 2008 von der Couch aufgestanden, um ein sportlicheres Leben zu führen. Begonnen mit einer Laufrunde von 15 Minuten lief ich Jahre später Marathon und absolvierte einen Ironman.

Als Führungskraft und Projektmanager war dieser Weg nur durch gutes Selbstmanagement möglich. Hier im Blog unterstütze ich dich, endlich mehr Sport zu machen.

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