Joggen bei Regen – so widerstehst du schlechtem Wetter 

Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur unpassende Kleidung.

(Sprichwort)
Joggen bei Regen – so widerstehst du schlechtem Wetter 

Normalerweise ist heute Lauftraining geplant. Ausgerechnet heute! Draußen ist es heute besonders grausig. Regenwetter, kalt, grau und das Thermometer zeigt wenig aufbauende zwei Grad. Na immerhin plus…

Beim Blick aus dem Fenster sehe ich die Regentropfen sich in den Straßenlaternen spiegeln und die Bäume gegenüber zeigen im düsteren Licht der Lampen, dass es auch ordentlich Wind hat.

Lustlos schnüre ich meine Laufschuhe. Wenigstens diese sind aus Goretex und so werden die Füße hoffentlich trocken bleiben. Wahrscheinlich wohl als einziges Körperteil bei diesem Mistwetter.

Ohne Motivation und nach einiger Diskussion mit meinem Schweinehund trete ich aus dem Haus und laufe bei Regen los. Nach ein paar Hundert Meter habe ich einen Rhythmus gefunden. Es ist auch trotz Nässe nicht mehr kalt und die frische Luft pustet mein Gehirn durch. Das tut gut – auch dem Gemüt.

Mach es wie die Kinder

Patsch – ich bin eine Pfütze getreten. Mist denke ich und schimpfe halblaut vor mich hin. Doch was ist das, die Füße bleiben tatsächlich trocken.

Patsch – die nächste Pfützen. Diesmal mit Absicht und ich grinse. Wie ein kleines Kind springe ich noch ein paar mal von Pfütze zu Pfütze. Mir doch egal, was die anderen Läufer denken. Wobei – bei dem Wetter ist der Park ohnehin fast menschenleer.

Mit so viel Spaß vergeht die Laufrunde wie im Flug. Gut gelaunt komme ich nach dem Laufen wieder zu Hause an. Joggen bei Regen kann ja doch gute Laune machen…

Für die Diskussion mit deinem Schweinehund – 3 Gründe, warum Laufen bei Regen richtig ist

Die kleine Geschichte zum Einstieg zeigt dir, dass Regenwetter dich nicht vom Laufen abhalten sollte. Aber klar ist, die wenigsten joggen bei schlechtem Wetter freudig los.

Die Diskussion mit deinem Schweinehund vor dem Lauf ist in solchen Situation einfach obligatorisch. Deshalb gebe ich dir in der Folge 3 Tipps, die du als Gründe für das Joggen bei Regen einsetzen kannst. 

Laufen im Regen härtet dich ab

Laufen im Regen oder in der Kälte stärkt unter anderem dein Immunsystem. Du solltest allerdings darauf achten, dass du nicht schon anschlagen deinen Lauf antrittst. Fühlst du dich einmal nicht wohl, lass deinen Lauf lieber ausfallen und regeneriere dich. 

Fühlst du dich gut, wirst du vom Joggen im Regen nicht krank werden. Die richtige Laufkleidung angepasst an die Jahreszeit spielt hierbei allerdings eine wichtige Rolle. Auch solltest du deinen Lauf nicht für längere Zeit unterbrechen oder dich im Anschluss an deinen Lauf ohne weitere Bewegung draußen aufhalten.

Merke: Im Regen laufen stärkt dein Immunsystem und bietet eindeutig mehr Vorteile als Nachteile.

Joggen im Regen macht dich mental stark

Wenn du dich dazu entschließt, bei Regen zu laufen, dann musst du dich auch mental darauf einstellen. Denn es wird nicht einfach sein. Du wirst nass werden, es wird kalt sein und du wirst möglicherweise auch noch Wind und Schnee ausgesetzt sein. 

All das sind Dinge, die dich dazu bringen können, gar nicht erst zu beginnen oder dein Lauftraining vorzeitig abzubrechen. Aber genau das ist es, was eine Herausforderung ausmacht. Wenn du es schaffst, deinen inneren Schweinehund zu überwinden und trotzdem zu laufen, dann hast du etwas geschafft, was nicht viele Menschen schaffen. 

Es ist ein gutes Gefühl, wenn man weiß, dass man mehr aushält als andere (Schönwetter-) Läufer. Läufst du bei Regen, ist schon die Tatsache, dass du dich überwunden hast, ein echtes Erfolgserlebnis. Du hat keine Ausrede gesucht, sondern bist los. Großartig!

Regen hat etwas von Mediation

Die Geräusche vom Regen und vom Wind versetzten dich in einen meditativen Zustand, in dem du richtig abschalten kannst. Dein Körper konzentriert sich automatisch mehr auf seine Bewegung und die Atmung. 

Ein Regenlauf kann schon etwas Meditatives an sich haben.

Joggen im Regen mag sich miserabel anhören, aber das muss nicht sein! Hier sind einige Tipps, die dir helfen, trotzdem raus zu gehen.

Das wichtigste zur Laufbekleidung: Kleide dich wie eine Zwiebel

Beim Joggen im Regen solltest du dich in jedem Fall wie eine Zwiebel kleiden. Trage Lage um Lage übereinander und du wirst nicht frieren. Denn nicht die dicke Jacke ist es, was dich wärmt. Viel besser sind mehrere dünne Schichten übereinander.

Natürlich sollten alle diese Schichten aus atmungsaktiver Funktionsfaser sein. Baumwolle darf maximal als äußerste Schicht zum Einsatz kommen.

Im übrigen – der häufigste Fehler ist, dass du zu warm angezogen bist. Du bist richtig angezogen, wenn du beim Beginn deiner Läufe leicht frierst. Warm wird es dir im Training automatisch.

Meine konkrete Empfehlung für die richtige Oberbekleidung

Doch was heißt das konkret? Welche Ausrüstung sollst du nun beim Joggen bei Regen tragen?

Beginnen wir mit der Hose – eine lange möglichst eng anliegende Laufhose ist hier am wärmsten. Wer mag kann sogar zur Thermo-Laufhose* greifen. Oben rum beginnst du mit einem dünnnen Funktionsunterhemd*  – lang- oder kurzärmlig je nach Temperaturen.

Darüber trägst du ein langes Laufshirt*. Wenn es besonders kalt ist, – also deutlich unter 0 Grad – kommt bei mir sogar noch ein weiteres dünnes enges Shirt dazu. Keine deiner Schichten sollte dabei aus Baumwolle sein. Beachtest du das, ist das Klima an deiner Haut ausgewogen und weder Frieren noch übermäßiges Schwitzen ist ein Problem.

Als oberste Schicht empfehle ich noch eine dünne Laufweste, eine Laufjacke oder gar eine spezielle Regenjacke*. Eine Laufjacke aus Softshell oder ähnliches brauchst du frühestens bei Minustemperaturen – ich trage es beim Joggen selbst bei Regen und Kälte nie.

Zur Laufkleidung gehört eine Kopfbedeckung

Auf dem Kopf gehört in jedem Fall eine Kopfbedeckung, denn über den Kopf gibt der Körper die meiste Wärme ab. Bei einigen Plustemperaturen nehme ich ein Basecap, darunter lieber eine Mütze*, um die Ohren zu schützen.

Wer am Hals empfindlich ist, der gönnt sich noch ein Halstuch oder einen Buff. Und – ganz wichtig Handschuhe*. Es gibt schließlich nicht wenige – die frieren besonders an den Händen. Und das betrifft nicht nur Frauen…

Die richtigen Laufschuhe bei schlechter Witterung

Bevor wir deine Laufschuhe anschauen, noch ein Tipp zu den Socken*. Auch die Socken dürfen speziell im Winter etwas länger sein und wärmer ausfallen. Ich bin zum Beispiel sogar schon in Skisocken gelaufen, mittlerweile nutze ich aber lieber spezielle Laufsocken.

Fürs Laufen im Regen eignen sich wasserdichte Laufschuhe. Die sind in der Regel aus Goretex und helfen besonders im Gelände und bei Schneematsch. Die Goretex-Schuhe halten deine Füße trocken und warm, sind aber für wärmere Temperaturen nicht geeignet. 

Ob du solche speziellen Laufschuhe wirklich brauchst, ist Geschmacksache und hängt letztlich auch von deiner Laufstrecke ab. Ich möchte sie gerade im Winter nicht mehr missen.

Man sollte dich besonders an Straßen sehen

Bei Dunkelheit und Nässe ist es beim Laufen bei Regen besonders wichtig – sehen und vor allem auch gesehen werden. Wer keine sehr gut beleuchtete Strecke hat und morgens oder abends laufen geht, kommt um eine Stirnlampe nicht herum. 

In einem separaten Artikel habe ich dir beschrieben, was es beim Laufen im Dunklen zu beachten gilt.

Der beste Tipp für Brillenträger

„Torsten, ich bin Brillenträger, mich stört der Regen. Wie machst du das?“ 

Diese Nachricht bekam ich kurz nach Veröffentlichung dieses Artikels. Richtig, auch ich laufe immer mit Brille und ein Scheibenwischer für die Brille ist noch nicht erfunden.

Mein bester (und eigentlich einziger wirkungsvoller) Tipp ist, laufe bei Regen immer mit einem Basecap. Die Kappe tief ins Gesicht gezogen, hält die meisten Regentropfen fern und lässt dich ordentlich sehen. 

7 Tipps, wenn Laufen bei Regen keine Option ist

Manchmal geht es einfach nicht – bei extremen Wind und wenn es wie aus Kübeln regnet, macht es wenig Sinn, draußen Sport zu machen. Hier folgen 7 Indoor-Alternativen bei besonders garstigem Wetter:

  • Das von Läuferinnen und Läufern viel zu verachtetet Stabitraining
  • Ein Schritt weiter – Krafttraining mit dem eigenen Körpergewicht – Bodyweighttraining
  • Wie wäre mit Schwimmen? Es gibt kaum ein besseres Ausdauertraining für den ganzen Körper.
  • Wenn es mal schnell gehen muss, dann bietet sich das 7-Minuten-Training.
  • Laufband ist für mich die Höchststrafe, doch andere lieben es.
  • Eine weitere Alternative – einen Kurs im Fitnessstudio. Ob Indoorcycling in der Gruppe oder ein Zumba-Kurs. Die Vielfalt ist grenzenlos.
  • Selbstverständlich kannst du auch ein Fitness-Workout per Online-Video absolvieren, wenn es mal ganz furchtbar ist. Hier ein Beispiel aus unserem ausdauerclub:
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Joggen bei Regen – ja gerne!

Joggen kann auch bei schlechtem Wetter Spaß machen. Wichtig ist die richtige Ausrüstung, die passende Kleidung und eine positive Einstellung. Denk dran: Laufen und Sport tut dir gut – gerade auch wenn es draußen richtig schlechtes Wetter hat.

Wann war dein letztes Training bei Regen? Und hast du noch mehr Tipps? Schreib es doch in die Kommentare.

1 Gedanke zu „Joggen bei Regen – so widerstehst du schlechtem Wetter “

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