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Das schaffst du auch: dein erster Triathlon

Ein Gastbeitrag von Max Rüdiger

Triathlon. Der Dreikampf aus Schwimmen, Radfahren und Laufen. Ohne Pause. Für viele Sportler, die mal etwas Neues ausprobieren wollen oder eine neue Herausforderung suchen, der ideale nächste Schritt. Aber häufig ist die Angst oder der Respekt groß. Denn an was denkst du zuerst, wenn du an Triathlon denkst?

Vermutlich, wie die Meisten, denkst du zuerst an den Ironman Hawaii. 3,8 km Schwimmen durch das offene Meer, 180 km durch sengende Hitze fahren und im Anschluss noch einen Marathon laufen. Wer kennt sie nicht, die Bilder von Sportlern, die direkt nach dem Ziel vor Erschöpfung zusammenbrechen oder sogar die letzten Meter bis zum Ziel krabbeln müssen? Und sowas sollst du dir als „neue Herausforderung“ antun?

Triathlon ist mehr als Ironman!

Aber Triathlon ist eben nicht nur Ironman, sengende Hitze und Wettkämpfe die den ganzen Tag dauern. Laufen ist doch auch nicht nur Marathon – es gibt genauso 5, 10 und 21 Kilometer Lauf-Wettkämpfe. Genau genommen, ist Ironman nur eine Marke, die Veranstaltungen (unter anderem) auf der Triathlon Langdistanz veranstaltet. Jetzt wird es dir bestimmt schon klarer: wenn es eine Triathlon-Langdistanz gibt, gibt es auch noch andere Distanzen.

Da gibt es die Sprintdistanz, manchmal auch Volkstriathlon genannt, über 500 Meter Schwimmen (das sind nur 10 50 Meter Bahnen!), 20 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen. Das Schwimmen findet meist auch im Schwimmbad statt, sodass du dir nicht mal Gedanken über das Schwimmen im See machen musst. Mit mehreren Wochen Vorbereitung schaffst du diese Distanz sicherlich und für ein erstes Kennenlernen mit deiner eventuell neuen Leidenschaft ein super Einstieg!

Schwimmst du neben dem Laufen schon regelmäßig und willst gleich in die Vollen gehen? Dann ist die Kurzdistanz oder auch olympische Distanz über 1500 Meter Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und 10 Kilometer Laufen das Richtige. Auch diese Distanz kannst du mit ordentlicher Vorbereitung sehr gut meistern. Das Schwimmen findet häufig schon im See statt, worauf du dich noch mal speziell vorbereiten solltest.

Triathlon. Für viele Sportler, die mal etwas Neues ausprobieren wollen der ideale nächste Schritt. Dein erster Triathlon - bist auch du bereit?

Mein erster Wettkampf war keiner der oben genannten. Als ich vor knapp 11 Jahren das erste Mal an einer Startlinie stand, startete ich bei einer Mitteldistanz. Das ist die „nächste Stufe“ nach der olympischen Distanz, mit der Hälfte der Strecke der Langdistanz – also 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21 Kilometer Laufen. Rückblickend war das keine gute Idee. Ich habe vorher zwar einige Laufwettkämpfe bestritten, aber eine Mitteldistanz ist noch mal etwas völlig anderes.

Dadurch, dass du nach dem Schwimmen direkt in die Wechselzone läufst, um dich für das Radfahren umzuziehen, bleibt dir keine Zeit zum Durchatmen. Und nach dem Radfahren wechselst du direkt zum Laufen. Wenn du die ganzen Abläufe noch nicht kennst, ist es für das erste Mal angenehmer, nicht ganz so weite Strecken zurückgelegt zu haben.

Was geht in deinem Kopf vor?

Lass uns ein kleines Gedankenexperiment machen: Stell dir vor, du müsstest dich jetzt sofort für einen Triathlon Wettkampf über die olympische Distanz anmelden. Lass den Gedanken einen Moment wirken, bevor du weiterliest.

Was sind deine ersten Gedanken darüber?

Vorfreude?

Lust auf Training?

Angst? Wenn ja, wovor?

Gedanken wie „das kann ich nicht!“?

Noch lange bevor du dich für die passende Distanz entscheidest und dich für einen Triathlon Wettkampf anmeldest, kommt dir sicherlich ein Gedanke schnell in den Kopf: „Das schaff ich niemals!“. Ich kenne Sportler, die sind schon einen Marathon gelaufen, waren aber der festen Überzeugung, dass 500 Meter Schwimmen zu viel sind.

Klingt erstmal merkwürdig, aber vielleicht geht es dir genauso. Es liegt häufig nicht an der Angst vor der fehlenden Ausdauer. Sondern viel eher an der Angst vor dem Wasser, den „Prügeleien“ beim Start, welche man aus unzähligen Videos kennt. Angst, weil sie sich nicht als guter Schwimmer*in bezeichnen würden. Angst, weil man kein Renn- oder Triathlon-Rad hat und weil man denkt, dieser langen Belastung nicht stand halten kann. Weil man keine Zeit für noch mehr Training hat. Oder einer der anderen unzähligen Gründe.

Doch all das sind Dinge, die mehr Ausrede sind als der Wahrheit entsprechen.

Denke mal an den Zeitpunkt, bevor du regelmäßig Laufen gewesen bist. Da klangen schon 5 Kilometer am Stück laufen wie ein unerreichbares Ziel. Und dann bist du irgendwann mal 5 Kilometer am Stück gelaufen. Wie hast du das geschafft? Ich vermute mal durch kontinuierliches Training 😉 Und genau so kannst du auch das Schwimmen und Radfahren trainieren.

Und auch die vielen anderen „Argumente“ lösen sich in Luft auf, wenn du sie genauer betrachtest:

  • im Schwimmbad gibt es keine „Prügeleien“ – dort starten vielleicht mit dir zehn andere Sportler auf der Bahn, die ähnlich schnell sind wie du.
  • du musst kein Weltklasseschwimmer sein, um bei einem Triathlon starten zu können. Die Veranstalter sind meist auch Triathleten und wissen, wie sich die Anfänge anfühlen. Meist gibt es eine Einteilung, in der Anfänger gemeinsam starten und sich so nicht behindern.
  • es gibt keine Vorgabe ein Renn- oder Triathlonrad zu besitzen. Nicht mal bei einem Ironman. Du könntest sogar mit einem alten Klapprad starten, wenn es verkehrssicher ist und ein paar kleinen Vorgaben entspricht. Wenn es dir um keine Bestzeit geht und du Triathlon erstmal kennenlernen möchtest, ist ein Rad, was du bereits besitzt oder dir ausleihen kannst vollkommen ausreichend. Das einzige, was du unbedingt brauchst, ist ein Helm.
  • wenn du nicht vollkommen untrainiert an den Start einer Kurz- oder Sprintdistanz gehst, wirst du ins Ziel kommen. Die Zielschlusszeiten sind sehr Einsteiger-freundlich. Somit musst du nicht verkrampft oder gestresst sein, sondern kannst den Wettkampf und insbesondere den Zieleinlauf genießen.

Jeder fängt mal klein an

So haben auch die besten Triathleten der Welt irgendwann mal bei einem kleinen Volkstriathlon angefangen. Jeder angehende Triathlet hat vor dem ersten Wettkampf Zweifel, Ängste und machen sich viele Gedanken.

Es ist ja nicht so, dass du dich zu einem Wettkampf anmeldet und sofort an den Start gehen musst. Besonders die kürzeren Distanzen, die Sprint- und Kurzdistanz, erfordern kein jahrelanges Training im Vorfeld. So kannst du dich am Anfang des Jahres für einen Wettkampf im Juli oder August anmelden – dann hast du sechs bis acht Monate Zeit, dich im Schwimmen zu üben und Rad zu fahren. Suche dir eine/n Freund/in, mit der du gemeinsam Sport machen kannst, mit der du gemeinsam an der Startlinie stehen wirst. Auch ein Triathlon Verein kann dir helfen, deine Fragen beantworten, dich an das Wasser zu gewöhnen und durch die anderen Mitglieder bekommst du sicherlich wertvolle Tipps, sodass du deine Ängste einfach besiegen kannst.

Hast du dich zu einem Triathlon angemeldet, bedeutet es natürlich auch, dass du trainieren musst. Vielleicht denkst du da sofort an 20 bis 30 Stunden Training in der Woche. Das gilt für das Training für eine Langdistanz, aber nicht, wenn du das erste Mal bei einem Triathlon startest. Gehst du bereits regelmäßig laufen, muss das Triathlon Training nicht viel zeitintensiver sein. So kannst du eine Laufeinheit durch Schwimmen ersetzen und die Radeinheit mit einem Ausflug am Wochenende kombinieren. Vielleicht kannst du auch mit dem Rad zur Arbeit fahren – so kannst du die Fahrzeit morgens und nachmittags direkt als Training nutzen.

Triathlon. Für viele Sportler, die mal etwas Neues ausprobieren wollen der ideale nächste Schritt. Dein erster Triathlon - bist auch du bereit?

Mach doch einfach mal!

Das klingt von mir vielleicht etwas einfach daher gesagt, dass du einfach mal machen sollst. Einfach anmelden, trainieren und an den Start gehen. Es klingt so einfach.

Der erste Schritt ist, dass du dir die Gedanken, Zweifel, Ängste und Fragen, die dir in den Kopf kommen aufschreibst. Einen Anfang hast du ja bereits während dem Lesen gemacht.

Hast du dir alle Punkte aufgeschrieben, überlege, wie du diese Fragen und Hürden lösen kannst. Häufig sind Ängste und Zweifel unbegründet und entstammen Unwissenheit. Lies dich in das Thema ein, unterhalte dich mit Menschen, die bereits einen Triathlon gemacht haben und stell denen deine Fragen. Suche Lösungen, anstatt über Probleme nachzudenken – dann wirst du auch Lösungen für all deine Hürden finden.

Über den Autor:

Max Rüdiger ist langjähriger Triathlet, Triathlon Trainer und Gründer von Shuru.de.

Er und sein Team helfen dir im Triathlon durchzustarten, dranzubleiben, hin zu einem vollumfänglichen Sportler. Das bedeutet, dass du auf allen Ebenen professionell begleitet wirst: sportlich, ernährungstechnisch und mental. Das Team hinter Shuru.de ist der Überzeugung, dass ein vollumfänglicher Sportler, seine Ziele erreicht und auch sein Leben außerhalb des Sports positiv beeinflusst.

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