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Ziel verfehlt? Mit diesen 3 Schritten überwindest du deinen Misserfolg

misserfolg

Misserfolg! Bist du auch schon mal an einem Ziel gescheitert? Egal ob im Sport oder im restlichen Leben? Scheitern und Niederlagen gehören zum Leben, aber natürlich zu dessen unangenehmen Seiten.

Ich bin schon mehrfach gescheitert. Zum Beispiel an meinem gesteckten sportlichen Ziel, bei der Challenge Walchsee (einem Mitteldistanz-Triathlon) eine gute Leistung abzurufen.

Viel schlimmer noch – ich bin noch nicht einmal ins Ziel gekommen. Sehr sehr unschön!

Wie mein Körper meinen Geist besiegte

Dabei begann der Tag gut. Der Kaiserwinkl in Österreich präsentierte sich von seiner schönsten Seite – Kaiserwetter, wie passend zum Namen der schönen Gegend in Tirol.

Also frohen Mutes in die Fluten des Walchsee gestürzt und die 1,9km Schwimmen in gewohnter Manier abgespult. Alles bestens und gut gelaunt ging es dann aufs Rad.

Knapp 90km anspruchsvoller Strecke lagen bevor und wollten bewältigt werden. Wurden sie auch, zwar nicht am Limit, aber durchaus – für meine bescheidenen Verhältnisse – ambitioniert. Und das ist nicht immer einfach auf dieser Traumstrecke. Was aber nicht an den Steigungen, sondern den wunderschönen Ausblicken liegt. Eigentlich fast zu Schade zum schnell Fahren.

Gegen Mitte des Radteils meldete sich erstmals mein heute größter Gegner, mein Rücken. Irgendwie gelang es mir aber, ihn bis in die zweite Wechselzone zu ignorieren, was aber beim Wechseln der Schuhe nicht mehr ging.

Statt motiviert und flott in den abschließenden Halbmarathon zu starten, hatte ich Schwierigkeiten, überhaupt von der Bank aufzustehen, auf die ich mich zum Schuhwechsel gesetzt hatte. Tolle Aussichten!

Wer Ausdauersport betreibt, weiß aber auch, dass Schmerzen bis zu einem gewissen Teil dazugehören und so lief ich los.

Allerdings nur etwas mehr als zwei Kilometer, dann siegte das Teufelchen in meinem Gehirn über den Ehrgeiz und das Wandern begann.

Noch in der Hoffnung, dass sich die Schmerzen bald legen würden. Taten sie aber nicht und so stand nach der ersten von 4 Runden der Entschluss fest, dass es heute nicht sein sollte.

Als Hobbysportler ohne Ambition auf vordere Plätze geht da die Gesundheit vor, auch wenn ich den einen oder anderen sportlichen Leser schon kopfschüttelnd vor mir sehe…

Soweit meine aktuelle Story und der Auslöser für diesen Artikel hier. Wahrscheinlich kennst auch du das Gefühl, dass man ein gestecktes Ziel nicht erreicht, oder? Mit diesen drei Schritten kommst du dabei zurück in die Erfolgsspur.

Du bist gerade an deinem sportlichen Ziel gescheitert? Hast einen richtigen Misserfolg gehabt? In 3 Schritten kommst du zurück auf die Erfolgsspur.

1. Analysiere deinen Misserfolg

Als ersten Schritt auf dem Weg zurück in die Erfolgsspur kommt die Analyse. Doch keine Angst, bevor du dir Gedanken über dein Scheitern machst, darfst du gerne erstmal deine negativen Gefühle ausleben.

Nach meinem Ausstieg haben zwar sehr viele Bekannte meinen Optimismus gelobt, aber tief in mir saß der Stachel schon tief. Und diese Gefühle müssen raus und da darf auch mal schlechte Laune angesagt sein.

Ich hatte diese erste Phase bereits beim Lauf bzw. der Wanderung zurück zum Ziel und ganz besonders, als ich von hinten in die Zielzone hineinging, um meine Sachen abzuholen. Schei* Gefühl – anders kann man das nicht ausdrücken. Zum Glück hat mich da niemand angesprochen…

Und dann – ich gestehe – habe ich den Ärger am Abend bei Weißbier und Radler heruntergespült. Nicht exzessiv, aber doch ganz bewusst. Ab und zu darf das mal sein, um den Rückschlag zu verdauen.

Das gilt übrigens für verschiedenste Rückschläge, egal ob es eine Verletzung oder Müdigkeit ist oder du eben schlicht und einfach nicht gut genug warst, um dein Ziel zu erreichen. Stürze dich nicht gleich in die nächsten Schritte, sondern lass erstmal den Frust raus. Zwar nur kurz, aber doch heftig.

Ist der erste Frust überstanden, beginnt die Analyse. Und hier gilt vor allem eines – übernehme Selbstverantwortung! Daran scheitern viele, doch das ist für mich der Schlüssel auf dem Weg zurück zum Erfolg. Für dein Scheitern sind nicht die Umstände verantwortlich, erst Recht nicht die anderen Leute, sondern einzig und allein DU!

Mit dieser Selbsterkenntnis solltest du die Analyse mit der Frage enden lassen, was du aus dieser Niederlage gelernt hast? Drehe also das negative Erlebnis um und stelle dir diese Frage: Was habe ich aus dem Misserfolg gelernt?

Bei mir im aktuellen Beispiel ist es, dass ich erkannt habe, dass nicht die Stärke ein Rennen entscheidet, sondern das schwächste Glied. In einer Mannschaft der schwächste Spieler, im Einzelsport wie dem Triathlon dein schwächstes Körperteil.

Was nützen mir die fittesten Beine, wenn der Rücken versagt, der vordergründig erst einmal gar nichts oder zumindest nur sehr wenig mit Triathlon zu tun hat?

2. Ziehe die richtigen Schlüsse

Die Erkenntnis ist da, nun gilt es die richtigen Schlüsse zu ziehen. Dabei unterscheidet man zwischen kurzfristigen und langfristigen Schlüssen.

Kurzfristig ist das Ziel, deine Energie und deinen Optimismus zurück zu gewinnen. Es gilt, das Selbstvertrauen wiederherzustellen. Und wie geht das?

Lass es dir mal richtig gut gehen. Nimm dir paar freie Tage, mache ausführlich Wellness, genieße einen Spaziergang oder andere schöne Dinge, die in Phasen von viel Training vernachlässigt wurden. Gerade Hobbysportler, die neben einem anstrengenden Job exzessiv Sport in ihren ohnehin vollen Alltag pressen, sollten das beachten.

Während du es dir gut gehen lässt, erinnere dich an frühere Erfolge und positive Erinnerungen. Stelle sie dir so gut es geht bildlich vor. Dieses Visualisieren entspannt und bringt die gute Laune zurück. Auch Reden hilft, aber jammere nicht dabei!

Langfristig ist dein Misserfolg deine Chance. Was abgedroschen klingt, enthält die ganze Wahrheit. Persönliches Wachstum entsteht besonders stark bei Misserfolgen. Scheitern gehört zum Leben, wichtig ist nur, dass du sobald wie möglich wieder positiv denkst und nach vorne schaust.

Zurück zu meinem aktuellen Misserfolg: Nach 7 Jahren Konzentration auf Triathlon hat sich eine gewisse Routine eingestellt und die hat mich abstumpfen lassen. Besonders auch nach meinem größten sportlichen Erfolg im Vorjahr – dem Finish eines Langdistanz-Triathlons – war auch der Fokus nicht mehr da.

Und genau da begann das Dilemma, denn Triathlon besonders auch jenseits der 40 ist weit mehr als Schwimmen, Radfahren und Laufen.

Kraft- und Stabilisationstraining gehört einfach dazu, und das hatte ich seit weit mehr als 6 Monaten völlig vernachlässigt.

Nicht dass die Erkenntnis neu für mich, aber der Mensch verdrängt ja gerne die unangenehmen Dinge. Und Spaß habe ich an Krafttraining ganz sicher nicht. Denn das Scheitern allein aufs Alter zu schieben, fällt aus.

Andreas Niedrig hat gerade jüngst im zarten Alter von 47 den dritten Platz beim Ironman Kopenhagen erreicht. Alter muss also nicht vor Leistung schützen. Nur muss man eben mehr auf seinem Körper achten.

Durchbreche die Routine und suche Alternativen

Und noch etwas werde ich anders machen – nach Jahren des Triathlons brauche ich eine Abwechslung. Ich liebe den Sport, aber manchmal muss man neue Wege gehen.

Warum nicht auch du? Immer das gleiche zu trainieren, bringt irgendwann einfach keinen Fortschritt mehr. Deshalb steht wohl nächstes Jahr ein MTB-Marathon an und ich werde auch einen lang gehegten Wunsch umsetzen, eine Transalp.

3. Setze die Schlüsse um und komme ins Handeln

Auf eingefahrenen Gleisen kommt man an kein neues Ziel.

Die Erkenntnis ist also da und nun geht es ans Umsetzen. Und gerade da scheitern die meisten. Natürlich vor allem sportliche Anfänger, aber auch alte Hasen beißen sich hierbei die Zähne aus.

Am wichtigsten ist, nicht aufzugeben und es erneut zu probieren. So verhinderst du, dass keine Versagensängste entstehen. Und wenn sich dafür deine Prioritäten ändern müssen – egal ob im Sport oder im Leben allgemein – dann ist das eben so.

Kurzfristig hilft dir, einfach mal nichts zu planen, doch langfristig bin ich ein Freund der Planung. Setze dir neue Ziele, baue dir einen Trainingsplan und setze ihn um. Aber Achtung, der Trainingsplan muss sich an dich anpassen, nicht du an den Trainingsplan. Ein Plan gibt dir nur die Richtung vor, gehen musst du selbst.

In meinem Fall habe ich das Stabilisationstraining bereits angesprochen. Bereits nach wenigen Wochen Pause werde ich das in meinen Alltag integrieren und vor allem regelmäßig durchführen.

Und auf das Radfahren bezogen, werde ich spezifischer trainieren. Die Challenge Walchsee hat eine durchaus selektive Radstrecke und das bedeutet zukünftig mehr Intervalle in bergigen Gelände mit anschließenden Koppeltraining.

Steh auf, wenn du am Boden bist

Der Gassenhauer der Toten Hosen ist dein Begleiter auf dem Weg zurück in die Erfolgsspur. Lass dich nicht durch Rückschläge entmutigen.

Winston Churchill – eigentlich als bekennender Nichtsportler bekannt – prägte folgenden Satz:

„Erfolg ist die Fähigkeit, von einem Misserfolg zum anderen zu gehen, ohne seine Begeisterung zu verlieren.“

Und das gilt im Leben wie im Sport!

Und so kann ein Artikel in einem Blog eine Art Selbsttherapie sein, die aber hoffentlich auch dir etwas gebracht hat, wenn gerade du auch einen Misserfolg zu verdauen hast.

Bleib dran, höre auf deinen Körper und stärke deine Widerstandskraft, körperlich wie auch mental. Die mentale Widerstandskraft nennt man Resilienz, Nadja Petranovskaja hat hier im Blog zwei lesenswerte Artikel darüber geschrieben: hier… und hier…

Dieser Artikel ist ein Beitrag zur Blogparade: #Gegenwind – Was tun bei Fehlentscheidungen, Rückschlägen und Kritik? von Frank Albers…

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Ach übrigens – ich wünsche dir mehr Zeit für Sport in deinem Leben.

Dein Torsten…

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Über den Autor: Torsten Pretzsch

Torsten ist 2008 von der Couch aufgestanden, um ein sportlicheres Leben zu führen. Begonnen mit einer Laufrunde von nur 15 Minuten lief er Jahre später Marathon und absolvierte einen Ironman.

Als Teamleiter und Projektmanager war dieser Weg nur durch gutes Selbstmanagement möglich.

Hier im Blog unterstützt er dich, endlich mehr Sport zu machen. Mehr über Torsten…

Und das meinen die Leser:

Top Motivation... Etwas mehr zur Ernährung wäre noch super.

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Petra Kern
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4 Kommentare

  1. Hallo Torsten,

    vielen Dank für die Teilnahme an meiner Blogparade. Mein Lieblingszitat in Deinem Post: „Steh auf, wenn du am Boden bist“. Die bringst die drei wichtigsten Schritte wunderbar auf den Punkt.

    Liebe Grüße

    Frank

  2. Hallo Torsten,

    diese Grundsätze gelten nicht nur für den Sport, sondern auch für viele andere Bereiche des Lebens. Nimm beispielsweise mein Thema her, das Sprachenlernen:

    1) Selbstverantwortung (ich will damit aber nicht sagen, dass das in Deinem Fall so war – es ist hier nur ein zugegeben etwas drastisches Beispiel, nicht dass Du mich falsch verstehst):
    Angenommen, jemand möchte Italienisch lernen. Also kauft er sich Materialien, fängt hochmotiviert an, lernt eine gewisse Zeit. Innerhalb dieser Zeit lässt er aber immer wieder Lerneinheiten ausfallen – es gibt ja sooo viel Wichtigeres zu tun – und was soll’s, Mut zur Lücke war schon immer das Motto! Sprechen? Wieso denn – das kann man doch dann erledigen, wenn man es fehlerfrei kann! Schreiben? Viel zu anstrengend! Und zeitraubend! Hören? Ja, wann denn? Im Auto läuft doch immer Radio. Klar übertreibe ich jetzt, aber so ist es doch oft.
    Und dann passiert folgendes – ich erlebe es immer wieder: Dieselben Menschen kommen dann und sagen dann zum Sprachlehrer: „Sie sind schuld, dass ich nicht Italienisch sprechen kann“. Sie suchen also die Fehler bei Anderen, sind höchst kreativ im Finden von Ausreden und sind überrascht und auch ungehalten, wenn man sie dann darauf hinweist, doch die Fehler einmal bei sich selbst zu suchen.
    Im Prinzip ist es doch wie bei einem Kochrezept: Wenn man andere Zutaten nimmt, braucht man sich nicht wundern, wenn etwas komplett Anderes herauskommt.
    Also wäre hier der erste Schritt die Selbstverantwortung. Du kannst mir sicherlich viele Beispiele aus dem Sportbereich nennen.

    2) Ziehe die richtigen Schlüsse
    Hier sollte der Lerner also überlegen: Was kann ich besser machen? Wo hakte es? Vielleicht ist auch eine Zielanpassung eine gute Idee, im Sportbereich zum Beispiel eine weniger ambitionierte Zeit (wenn das Ziel wirklich nicht machbar war), im Lernbereich vielleicht die Konzentration auf einen Teilbereich der Sprache. Und dann sollte man überlegen, was man dafür tun muss.

    3) Handeln
    Der letzte Schritt ist dann, wie Du schon schreibst, das Handeln. Da hakt es auch bei Vielen. In der Theorie wissen viele Menschen genau, was zu tun ist, aber sie kommen einfach nicht hoch vom Sofa. Zwei Möglichkeiten habe ich hier zur Auswahl: „Eat the Frog“ – also das Schwierigste zuerst, damit man den Kopf frei hat: Im Sprachenbereich also zuerst die leidige Grammatik, im Sportbereich vielleicht das verhasste Konditionstraining. Die zweite Möglichkeit wäre, mit dem Leichtesten zu beginnen, um überhaupt erst einmal ins Handeln zu kommen. Also im Sportbereich einfach ein paar Meter laufen oder radeln, im Sprachenbereich einfach ein bisschen in der Fremdsprache lesen. Anfangen ist das Wichtigste.

    Ich hoffe, der Kommentar war Dir nicht zu ausschweifend (ausschweifend sein kann ich nämlich gut! 😉 )

    Liebe Grüße Christine

    • Torsten Pretzsch

      Hallo Christine,

      dein Kommentar war nicht ausschweifend, sondern eine perfekte Ergänzung zum Artikel.

      Vielen Dank dafür!

      Und keine Angst – natürlich trage ich Verantwortung für den Misserfolg. Ich hab ja auf Stabitraining verzichtet, obwohl ich es besser wissen sollte. Und ich hab nicht einmal eine Ausrede dafür… 😉

      Viele Grüße
      Torsten

      • Hallo Torsten,

        ich habe ja auch nicht auf Dich persönlich angespielt! Es sollte nur eine allgemeine Ergänzung sein. Dein positiver Punkt ist ja, dass Du Deinen Fehler sofort erkannt hast und daran arbeitest, ihn wieder auszumerzen. Und noch etwas: Ich hasse auch Stabitraining … 🙂 (deswegen sind meine Lauf-/Radzeiten auch so schlecht… – aber das macht mir nichts aus! Behaupte ich jetzt einfach mal…)

        Liebe Grüße
        Christine

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