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Anfänger aufgepasst: Das musst du beim ersten Wettkampf beachten

Erster Wettkampf

Dein erstes Mal vergisst du nie!

Es ist so weit. Seit Wochen fieberst du dem Start zu deinem ersten Wettkampf entgegen.

Die Vorfreude steigt so langsam zur Aufregung und mit jeden Tag, den das große Ereignis näher rückt, steigt auch die Anzahl der Fragen, die du hast.

Wie läuft es ab, wann solltest du da sein, was nimmt man mit und was muss man sonst so beachten – Fragen über Fragen!

Keine Sorge – das geht jedem so, der vor seinem ersten Wettkampf steht. Am Beispiel einer Laufveranstaltung werde ich dir im Artikel die wichtigsten Fragen beantworten. Damit sich dein Stress reduziert und du so locker wie möglich am Start stehst.

Erster Wettkampf: Die wichtigsten Fragen vor dem Start

Wann sollst du da sein?

Je nach Größe deiner Laufveranstaltung solltest du 1-3 Stunden vorher da sein. Es ist eben ein Unterschied, ob du beim Berlin-Marathon am Start stehst oder bei einem Volkslauf bei dir um die Ecke.

Je größer die Veranstaltung ist, um so entspannter ist die Anreise mit dem öffentlichen Nahverkehr. Bei den großen Stadtläufen ist die Startnummer oft zugleich das Ticket. Parkplätze sind traditionell ein Problem vor Ort. Eigentlich überall – und wenn du deiner ohnehin vorhandenen Aufregung nicht noch mehr Stress zumuten möchtest, lass das Auto zu Hause.

Schließlich gibt es überall eine Möglichkeit, sich vor Ort umzuziehen. Nutze das und du hast eine große Stressquelle im Griff.

Auch eine Tasche mit Wechselklamotten und Wärmekleidung kannst du eigentlich überall abgeben. Um die Tasche wieder zu finden, solltest du sie mit deiner Startnummer beschriften. Am besten natürlich mit einem Aufkleber. Im Zweifel nimmst du einen entsprechenden Stift mit.

Was soll ich anziehen?

Nicht nur Frauen haben das Problem – alle Läufer stellen sich beim morgendlichen Blick aus dem Fenster die Frage aller Fragen.

Außer natürlich die Traditionalisten, die auch beim Silvesterlauf mit kurzer Hose und kurzem Trikot am Start stehen. Bist du – wie ich – nicht so hartgesotten, gilt die Regel, die eigentlich für alle deinen Läufe gilt: Am Start solltest du leicht frieren. Und im Wettkampf solltest du ohnehin lieber eine Lage zu wenig als zu viel anziehen.

Und noch etwas ist in Sachen Klamotten wichtig. Auch wenn die Versuchung groß ist, dein gerade auf der Laufmesse vor Ort erstandenes neues Teil sollte zu Hause bleiben. Im Wettkampf haben nur erprobte Sachen zu suchen. Und das gilt längst nicht nur für Schuhe!

Scheuerstellen oder andere Unannehmlichkeiten werden besonders auf längeren Läufen schnell zur Qual! Deshalb tragen Profis zum Beispiel auch keine frisch gewaschenen Socken. Und noch einen Tipp gibt es von den Profis: Hast du empfindliche Brustwarzen, so solltest du diese im Wettkampf abkleben. Wundgescheuerte Brustwarzen sind brutal unangenehm!

Und wie halte ich die Kälte vor dem Start aus?

Die Wartezeit im Startblock können je nach Laufveranstaltung lang und vor allem auch kalt sein. Ideal ist es hier, wenn du eine Trainingsjacke dabei hast, die du kurz vor dem Start bei deiner Familie oder Freunden deponierst, die dich begleiten.

Bist du am Start allein tut es auch ein ausrangiertes langes T-Shirt. So mache ich das meistens bei längeren großen Läufen.

Profis nutzen gerne Mülltüten! Oben drei Löcher für Arme und Kopf hineingeschnitten, bist du bestens gerüstet. Schaut lustig aus und hilft! Mülltüten und T-Shirt werden dann vor dem Start entsorgt.

Wann soll ich vorher essen und trinken?

Über diese Frage lässt sich treffend streiten. Unstrittig ist, das die letzte Mahlzeit spätestens 2-3 Stunden vor dem Start erfolgen soll. Wenn es das Frühstück ist, dann bietet sich Marmeladentoast oder Honig an. Wenn du es schaffst, lass den Kaffee weg oder trinke zumindest nicht zu viel davon.

Fettige Speisen solltest du in jedem Fall an diesem Tag vermeiden. Auch das Müsli ist wegen der abführenden Wirkung der Milch nicht optimal. Und das allerwichtigste – keine Experimente! Das kann – im wahrsten Sinne des Wortes – nach hinten losgehen.

Ich empfehle dir übrigens nicht, vor dem Start besonders viel Flüssigkeit aufzunehmen. Trinke eher normal. Wichtiger ist es, die Tage vorher genug – also 2-3 Liter – zu trinken. Also 90 Minuten vor dem Start reicht ein halber Liter Wasser völlig aus – natürlich auch ein wenig abhängig von der Außentemperatur.

Trinkst du mehr, ist der Gang zum Dixi-Klo unausweichlich.

Und wenn ich nochmal muss?

Legenden ranken sich um das Dixi-Kloam Start einer Sportveranstaltung. Keine davon ist schön, so viel steht fest! Drückt die Aufregung auf deine Blase, ist ein Gang zum Dixi unausweichlich. Besonders die Männer sollten unbedingt der Versuchung widerstehen, wild zu pieseln. Das ist bei so einer Massenveranstaltung einfach eine riesen Sauerei!

Gehst du zum Dixi, dann ist Geduld gefragt. Gehe rechtzeitig und drängle dich nicht vor. Auch wenn die Schlange schier endlos erscheint.  Für größere Geschäfte lohnt es sich übrigens – immer ein paar Taschentücher dabei zu haben.

Achja und verlasse die Örtlichkeiten möglichst so, wie du sie vorfinden möchtest. Erfahrene Läufer wissen sicherlich, was ich meine.

Profi-Tipp: Am besten erledigst du dein Geschäft schon beim Abholen der Startunterlagen und nicht erst kurz vor dem Start.

Soll ich mich einlaufen?

Man sieht sie immer wieder – übermotivierte Läufer sprinten aufgeregt umher. Sie laufen sich warm, nur um dann mindestens eine halbe Stunde im Startblock zu verharren. Das bringt nicht viel.

Bei kurzen Läufen macht ein Aktivieren der Muskeln mit kurzen Sprints Sinn, aber je länger der Lauf und je länger die Wartezeit im Startblock, desto weniger bringt das etwas.

Spare lieber deine Energie für später, springe etwas im Startblock auf der Stelle oder lasse dich vom Rhythmus der Musik treiben und tanze etwas. Motiviert und macht Spaß!

Wohin soll ich mich aufstellen?

Bei größeren Läufen sind die Startblöcke nach Zielzeiten aufgeteilt. Das gilt es zu beachten und zwar nicht nur bei größeren Veranstaltungen. Das größte Ärgernis der schnellen Läufer sind Jogger, die sich in die erste Reihe geschlichen haben!

Stelle dich richtig auf – das heißt ambitioniert, aber nicht zu euphorisch aber auch nicht zu defensiv. Stellst du dich zu weit vorne auf, bist du besagtes ärgerliches Hindernis beim Start. Stehst du zu weit hinten, darfst du zu Beginn Slalom laufen. Beides ist kein großer Spaß!

Was gibt es sonst noch zu beachten?

Ganz schön viel zu beachten, oder? Beim ersten Mal vielleicht, später wird es zur Routine, doch die Aufregung bleibt dauerhaft. Die gehört dazu!

Bei aller Nervosität gilt, sauge die Atmosphäre auf. Genieße die Energie, die Aufregung der anderen Läufer und die Musik. Adrenalin liegt förmlich in der Luft.

Lampenfieber gehört dazu und ist – wie die Zuschauer auch – ein nicht zu unterschätzender Motivationsfaktor.

Dein erster Wettkampf wird dir ewig in Erinnerung bleiben. Damit es eine gute Erinnerung wird, habe ich dir die wichtigsten Fragen vor dem Start beantwortet

Jetzt gehts los – was gilt es beim Lauf zu beachten?

Ein Laufwettkampf ist eine einfache Sache und das erkannten schon große Laufphilosophen:

Hier ist der Start, da ist das Ziel und dazwischen musst du Laufen.

Was so simpel klingt, ist es in der Praxis oftmals nicht. Mit Schrecken erinnere ich mich an meinen ersten Halbmarathon. Denn dort erwischte mich der klassische Anfängerfehler: Viel zu schnell losgelaufen!

Ich fühlte mich gut drauf und rannte los. Hatte eine (zu) ambitionierte Zielzeit angestrebt und war zudem bis in die Haarspitzen motiviert. Nach nicht einmal 10km fiel es mir schon schwer, die Pace zu halten. Nach Kilometer 15 war es nicht mehr möglich und bei Kilometer 19 traf ich den Mann mit dem Holzhammer.

Der schlug mir kräftig auf die Beine und so humpelte ich mehr wandernd als laufend Richtung Ziel. Vom ambitionierten Zeitziel hatte ich mich längst verabschiedet und auch Plan B ging nicht mehr auf. Ins Ziel schaffte ich es natürlich – doch die nächsten Tage ging ich lieber rückwärts die Treppen hoch und vor allem runter.

Wenn du das vermeiden möchtest, dann lass dich nicht mitreißen und setze dir ein realistisches Ziel. Auch wenn das Adrenalin dich nach dem Startschuss losrennen lassen will, als gebe es kein Morgen: Widerstehe der Versuchung!

Wenn du in heißer Umgebung kühlen Kopf bewahrst, wirst du nach spätestens einem Kilometer deinen Rhythmus gefunden haben. Dann ist es nicht mehr so eng im Läuferfeld und es ist kein Slalom oder abruptes Stoppen wegen Stau auf der Laufstrecke mehr notwendig.

Jetzt gilt es zu genießen und zu beißen. Bei kurzen Strecken von Anfang an. Sauge trotzdem die Umgebung auf, lass dich von Zuschauern und Mitläufern motivieren und konzentriere dich auf deinen Lauf. Achte auf die Verpflegung, wenn es länger wird und hab Spaß an deinem ersten Wettkampf.

Noch weitere Fragen?

Beginne am besten klein

Auch wenn ein großer Stadtlauf ein super Event ist, für deinen ersten Laufwettkampf bietet sich kleine Veranstaltungen besser an. Dort ist alles übersichtlich, die Wege kurz und du kannst das Wettkampfgefühl problemlos testen.

Brutto / Netto und die Sache mit der Zeit

Eine Sache, die viele am Anfang nicht verstehen, ist die Sache mit Brutto- und Nettozeit. Bei allen Wettkämpfen mit Zeitmessung trägst du einen Chip oder ähnliches, damit deine Zeit gemessen wird.

Fällt der Startschuss läuft die Bruttozeit los. Sie sieht man oft über Start und Ziel eingeblendet. Doch in den seltensten Fällen läufst du beim Startschuss auch über die Startlinie.

Bei größeren Läufen kann es schon einmal ein paar Minuten dauern bis du über die Startlinie kommst. Bei großen Eventläufen, wie dem B2Run auch gerne mal mehr als eine Stunde!

Jetzt kommt die Nettozeit ins Spiel. Sobald du über die Startmatte läufst, läuft diese Zeit los und das ist deine eigentliche Laufzeit. Für das Endergebnis zählt nur diese Zeit. Hektik vor der Startlinie ist demnach nicht nötig.

Und nach dem Lauf?

Hast du es ins Ziel geschafft, gilt folgende Regel: Freuen, feiern und den Schmerz genießen! Du hast dir eine Belohnung verdient und das Büffet steht bereit. Idealerweise ziehst du dir vorher noch etwas wärmendes drüber.

Apropos Schmerz – es ist immer wieder ein lustiger Anblick, wenn Leute, die eben noch Marathon gelaufen sind, im Ziel kaum noch zwei Treppen steigen können. Ich kenne das Gefühl allerdings allzu gut. Es ist der schmerzliche Lohn für die Anstrengung und spätestens nach zwei Tagen wieder vorbei.

Wie du nach dem Rennen richtig regenerierst, erfährst du im Artikel in der kommenden Woche. Melde dich im Newsletter an, hole dir das gratis E-Book und verpasse – dank der wöchentlichen Zusammenfassungen – nichts mehr hier im Blog.

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Genieße deinen ersten Wettkampf

Dein erster Wettkampf wird dir ewig in Erinnerung bleiben. Das wichtigste – HAB GANZ VIEL SPASS und genieße die Aufregung und das Gefühl, mit unzähligen Gleichgesinnten zu laufen. Das ist der Lohn für dein Training! Und nicht vergessen – beim Zieleinlauf unbedingt Lächeln! Viel Erfolg!

Auf geht’s – werde dauerhaft zum Sportler!
Torsten

Ach übrigens – ich wünsche dir mehr Zeit für Sport in deinem Leben.

Über den Autor: Torsten Pretzsch

Torsten ist 2008 von der Couch aufgestanden, um ein sportlicheres Leben zu führen. Begonnen mit einer Laufrunde von nur 15 Minuten lief er Jahre später Marathon und absolvierte einen Ironman.

Als Teamleiter und Projektmanager war dieser Weg nur durch gutes Selbstmanagement möglich.

Hier im Blog unterstützt er dich, endlich mehr Sport zu machen. Mehr über Torsten…

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2 Kommentare

  1. Das Alles unterschreibe ich!

    Kaffee weg lassen…
    Und gerade das mit dem „Wo stelle ich mich hin“ kotzt mich manchmal so an! Das ist auch der Grund warum ich keine Stadtläufe mehr mitmache. Beim letzten mal waren es ca. 10 km zickzack laufen….
    Ich meine, das muß doch deprimierend sein, andauernd überholt zu werden. Ich werde es nie verstehen…

    PS: Ich lese Deinen Blog gerne 🙂

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