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Endlich mehr Sport: Erzähle deine Geschichte (Teil 7)

„Kindern erzählt man Geschichten zum Einschlafen – Erwachsenen, damit sie aufwachen.“ (Jorge Bucay)

Erzähl uns deine Geschichte! Inspiriert durch den tollen Erfolg von Marcus, der durch Sport und Ernährung 40kg in einem Jahr abgenommen hat, ist in unserer Facebook-Gruppe „Endlich mehr Sport“ eine neue Idee geboren. Ich werde im Ausdauerblog dich zu Wort kommen lassen – erzähl uns deine Geschichte!

Heute im siebten (und vorerst letzten) Teil erzählt uns Mäggi, wie Laufen ihr ein völlig neues Lebensgefühl verschafft hat. Sie setzt sich Ziele, holt sich daraus Selbstbewusstsein und hat so die dunklen Stunden überwunden. Reicher an Lebenserfahrung ist Michaela und trotzdem teilt sie mit ihrer jüngeren Sportkollegin das Motto: „Laufen ist Spaß!“. Und schließlich zeigt dir Sabine, dass Ausdauersport bei chronischen Krankheiten extrem helfen kann.

Laufend den Kreislauf durchbrechen

von Margarethe Urbanek

Meine Name ist Mäggi, ich bin 25 Jahre alt und Studentin.

Als ich kaum noch an mich zu glauben wagte, als ich in einem Kreislauf aus Selbstmitleid und Ziellosigkeit zu ersticken drohte, als ich mich selbst kaum wiedererkannte, setzte ich mir an jenem Morgen im Januar letzten Jahres ein großes Ziel: Den Halbmarathon in Breslau.

Noch im Schlafanzug, ohne das Bett verlassen zu haben und ohne morgendlichen Kaffee, dafür aber ungewohnt entschlossen, meldete ich mich zum Halbmarathon an, der im Juni in Breslau stattfinden sollte: „Sechs Monate Vorbereitungszeit reichen!“, waren meine Gedanken, als ich mich in die Startgruppe mit der Zielzeit 02:00 Stunden eintrug.

Im Schutz der Dunkelheit, die Versteck und Flucht zugleich war, begann ich noch am gleichen Abend mit meinem Training. Zehn Minuten laufen, drei Minuten gehen.

Keuchend und schwitzend am Neckarufer entlanglaufend stellte ich mir vor, wie ich im Juni in Breslau die Ziellinie überqueren werde: Ein Lachen konnte ich mir dabei nicht verkneifen.

Diese Vorstellung aber war es, die mich immer wieder antrieb weiterzumachen. Seit diesem Tag laufe ich regelmäßig: Anfangs drei Mal in der Woche, um meine Bänder, Sehnen und Muskeln nicht zu überlasten. Mittlerweile vier bis fünf Mal.

Ich entwickelte unglaublichen Spaß am Laufen: Ich konnte abschalten, nachdenken, durchatmen, vergessen, genießen und ich konnte meine Fortschritte sehen. Mit viel Geduld wurden meine Läufe zunächst immer länger, irgendwann auch schneller. Die Ziellinie in Breslau war nicht mehr so weit weg, wie anfangs gedacht.

Etwa zwölf Wochen vor dem Halbmarathon begann ich mit einem Trainingsplan zur Vorbereitung auf eine Zielzeit unter 02:00 Stunden. Ambitioniert, aber ich hatte große Fortschritte gemacht und so viel Motivation für eine Sache, wie schon lange nicht mehr. Ich liebe die Berge im Wald, liebe es an meine Grenzen zu kommen, diese zu überwinden, neue Wege einzuschlagen, auch off-road Gas zu geben und das Gefühl, das sich nach dem Training im Körper einstellt.

Während der ganzen Zeit stand (und steht) eines immer im Vordergrund: Spaß! Ich wusste, wenn ich den Spaß am Laufen verlieren würde, würde ich die Ziellinie in Breslau nicht erreichen können.

Deshalb gönnte ich mir viel Freiraum: Ich hörte mehr auf meinen Körper, als auf den Trainingsplan, aß, worauf ich Lust hatte, trank Alkohol, wenn mir danach war und gönnte mir Pausen, wenn ich sie brauchte.

Die Strategie ging auf: Keine Verletzungen, keine Motivationsprobleme, stattdessen Spaß und Fortschritt im Training: Breslau konnte kommen – und kam.

Ich genoss jeden Kilometer des Halbmarathons und meine mir vom Training bekannte Methode Visualisierung des Zieleinlaufs ließ mich auch die schwierigen Phasen des Laufs überstehen: Mit Tränen in den Augen und stolz auf das, was ich erreicht habe, überquerte ich die Ziellinie: 01:59 Stunde. Nur knapp unter zwei Stunden, aber weit über dem, was ich mir nach meinem ersten Trainingslauf zugetraut hatte.

Das Laufen habe ich nicht aufgegeben, nur weil ich (m)ein Ziel erreicht habe, dafür hat es mir zu viel gegeben: Freude, Spaß, Fitness, Selbstbewusstsein. Für mich heißt Laufen Leben und ich habe gelernt, dass es bei Zielsetzungen jeglicher Art hilft sich auf dem Weg zum Ziel den Moment des Erreichens vorzustellen.

Ich habe noch nicht über mein Gewicht geschrieben, auch wenn sich daran etwas geändert hat. Nicht um abzunehmen habe ich mit dem Laufen angefangen, sondern um das Leben wieder zu spüren, um aus meinem Selbstmitleid zu erwachen und wieder ein Ziel vor Augen zu haben.

Trotzdem: Durch das viele Laufen ist mein Kalorienverbrauch immens gestiegen, ich hatte so viel Hunger wie nie und – wie schon gesagt – aß, worauf ich Lust hatte. Das war manchmal viel und manchmal ungesund, trotzdem: Ich habe abgenommen, fühle mich viel wohler in meinem Körper, gehe mit mehr Selbstbewusstsein durch mein Leben und bestimmt hat mein neues Körpergefühl positiven Einfluss darauf, dass ich den anfangs beschriebenen Kreislauf aus Selbstmitleid und Ziellosigkeit durchbrochen habe.

Viel wichtiger als das Abnehmen war und ist für mich aber, dass ich wieder an mich glaube. Ich weiß wieder, dass ich meine Ziele erreichen kann, (er)kenne mich wieder.

Ich laufe, weil es mir Spaß macht

von Michaela Klabunde

Mein Name ist Michaela, ich bin fast 53 Jahre alt, seit 26 Jahren glücklich verheiratet und habe zwei tolle Kinder. Seit meiner Schulzeit habe ich kaum noch Sport gemacht, ab und zu etwas wandern und ein wenig Fahrrad fahre. Ich war ein richtiger Sportmuffel.

Eher aus einer Laune heraus fing ich im Juni 2015 an zu laufen. Ein paar meiner Kollegen hatten bei unserem Firmenlauf mitgemacht und durch deren Erzählungen angeregt wollte ich testen, ob mir Laufen nicht doch Spaß machen könnte, auch wenn ich vorher immer gesagt habe: „Laufen ist doof“.  Nur meiner Freundin zuliebe bin ich ab und zu mit ihr laufen gegangen, maximal 30 Minuten und bei sehr langsamen Tempo. Eine prima Gelegenheit sich zu treffen und zu quatschen, war meine Einstellung.

Angefangen habe ich mit vier Kilometern bei angenehmen Temperaturen und netter Umgebung im nah gelegenen Wald. Im Lauf der nächsten zwei Monate steigerte ich mich langsam auf 10 km. Ich blieb auch den ganzen Winter bei meinem Training zwei- bis dreimal pro Woche, zu besorgt, ich könnte es wieder aufgeben, wenn ich erst einmal pausierte. Glücklicherweise hatte ich auch bislang keine Verletzung oder größere Erkältung.

Ich habe gerne Ziele und so kam mir Anfang 2016 die Idee einen Straßenlauf mitzumachen. 10 km unter einer Stunde wollte ich erreichen. Im April war es schließlich soweit, 10 Uhr morgens bei Nieselregen, das Laufen fand ich anstrengend, aber ich habe mein Ziel knapp erreicht. Welch gutes Gefühl!

Damit war ich dann infiziert und im Laufe des Jahres kamen noch weitere Läufe dazu auch ein Halbmarathon, eine Distanz, die ich nie laufen wollte. Für mich gilt: Sag niemals nie. Mittlerweile bin ich auch schneller geworden, was mich zugegebenermaßen freut aber nicht mein Fokus ist. Laufen ist für mich nicht alles, neben meiner Arbeit, meiner Familie und Freunden habe ich noch andere Interessen (z.B. MTB), die mir sehr wichtig sind und die ich nicht vernachlässigen möchte, nur um noch ein paar Minuten schneller zu laufen.

Die richtige Atmung, Fitnesstraining etc. waren bislang noch kein Thema für mich, das kann vielleicht noch kommen. 100 % unterstützt werde ich von meinem tollen Mann, der selber keinerlei Sport ausübt, mir aber vieles abnimmt, damit ich Zeit zum Laufen habe und mich sehr lecker bekocht. Weitere Unterstützung erhalte ich von einem wundervollen Freund, der mir immer wieder Trainingstipps gibt, mich ermuntert meine Grenzen auszuloten und dem ich meine zweite sportliche Leidenschaft, das Mountainbiken zu verdanken habe.

2017 wird für mich ein Jahr der Herausforderungen. 11 Läufe sollen es werden; darunter vier Mal die Halbmarathondistanz. Besonders freue ich mich auf Frankfurt am 12.März.

Ich laufe in erster Linie, weil es mir Spaß macht, es mir sehr gut tut (empfehle es jeder Frau, die in den Wechseljahren 😉 steckt) und ich gerne draußen in der Natur unterwegs bin, dankbar für die tolle Umgebung, in der ich lebe. Mich selbst zu überwinden, besser zu werden und meine eigene Leistung zu übertreffen, motiviert mich. „Progress not perfection“ ist mein Motto.

Ausdauersport hilft chronisch Kranken

von Sabine Harms

Meine Geschichte ist ein Mutmacher für viele chronisch Kranke. Denn mit Sport kann man viel bewirken. Der positive Einfluss auf die Psyche kann die notwenige Einnahme von Medikamenten deutlich minimieren.

Mein Kampf gegen oder mit der chronischen entzündlichen Darmerkrankung Colitis Ulcerosa

Mein Name ist Sabine, 52. Vor ca. 20 Jahren bekam ich die Diagnose Colitis Ulcerosa. Das ist eine Autoimmunerkrankung.

Die Ärztin die mich einstellte – Gott sei Dank ohne Cortison – fragte zuerst, ob ich Ausdauersport betreibe. Ich verneinte, denn ich war recht unsportlich. Sie meinte, Ausdauersport würde gegen chronische Erkrankungen helfen und meine Psyche aufbauen.

Die war natürlich nach der Diagnose im Keller. Also ließ ich mich in Hannover in einem Laufshop beraten mit Ganganalyse und allem, was dazugehört. Der erste Kilometer war eine Katastrophe. Natürlich viel zu schnell, Anfängerfehler.

Ich ging in einem Verein und dort brachte mir eine erfahrene Läuferin das Laufen bei. Erst 5, dann 10, Halbmarathon und nach 4 Jahren Marathon. Mental wurde ich stärker, auch bei Sprüchen von Profis wie: „Vorne laufen die Bleistifte und hinten Radiergummis“. Trotz dem ich schlank bin, bin ich nicht schnell, aber ausdauernd.

Ich nehme wenig Medikamente, und hatte in den 20 Jahren wenig Schübe, nur am Anfang. Dazwischen nur leichte Schübe. Hatte ich einen Schub, bin ich gewalkt oder geschwommen.

Da ich selbst jeden Tag beruflich mit Chronikern zutun habe, bin ich für meine Patienten ein Vorbild geworden. Als Frohnatur bringe ich meinen Optimismus rüber. Ich kläre auf über gesunde Ernährung, gesunde Lebensweise und der ein oder andere setzt es um.

Ich sage immer: Denkt positiv, führt eine gesunde Lebensweise und baut den Stress ab, denn der entsteht im Kopf!

Sportliche Grüße Sabine

Warum wolltest/willst du mehr Sport machen? Was waren/sind deine Beweggründe? Hast du dein Ziel erreicht und welche Hindernisse lagen auf dem Weg? Was hat dir geholfen, was hat dich inspiriert? Erzähle deine Geschichte!

Wenn auch du an der Aktion teilnehmen möchtest, dann sende mir eine E-Mail mit deiner Geschichte und mindestens einem Foto an topre@ausdauerblog.de

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