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5 Gründe, warum ich eine Sportpause mache (und warum du das auch tun solltest)

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Eine freiwillige Sportpause? Einfach so? Für viele Ausdauersportler nahezu undenkbar, für mich ganz normal.

Jedes Jahr gönne ich mir ein paar Wochen ohne Training und noch ein paar mehr Wochen ohne Trainingsplan oder ähnlichem. Und jedes Jahr freue ich mich auf diese Sportpause, die ich eher Saisonpause nenne.

Der Begriff Saisonpause (oder Off-Season) ist besonders unter Triathleten sehr üblich. Es geht um den Zeitraum zwischen den letzten Wettkämpfen spätestens im Oktober und dem Start ins neue Trainingsjahr, was häufig im Triathlon schon Ende November / Anfang Dezember der Fall ist.

Auch Radfahrer gönnen sich meist spätestens im Winter ein paar freie Wochen. Nur Läufer trainieren häufig das ganze Jahr im gleichen Trott. Ein Fehler in meinen Augen!

So sehr ich mich auf die freiwillige Sportpause freue, so sehr kribbelt es, wenn ich erst einmal ein paar Wochen die Füße still gehalten habe. Die Vorfreude steigt und ich möchte wieder ins regelmäßige Training einsteigen.

Wann mache ich diese Sportpause und wie lange ist sie?

Die Länge und der Zeitpunkt der Sportpause hängt sehr stark von meiner Saisonplanung ab. Je nachdem wann der letzte Wettkampf war, gönne ich mir im Anschluss diese Saisonpause.

Dieses Jahr lief allerdings etwas anders als üblich. Bereits im August fuhr ich ein letztes Radrennen und danach versuchte ich noch einige Wochen wieder in ein strukturiertes Lauftraining zu kommen. Das ganze ohne Plan, überhaupt einen Wettkampf zu bestreiten.

Mitte Oktober merkte ich, wie die Motivation sank und da war die Zeit der Pause gekommen. Doch wie lang? Meist gönne ich mir 2-3 Wochen absoluten Müßiggang. In diesen Wochen ist alles erlaubt und Sport steht ganz bewusst nicht im Mittelpunkt. Zumindest nicht der aktive Sport…

Danach folgen ein paar Wochen, wo ich langsam wieder das Training steigere. Die eine oder andere Einheit steht dann wieder auf dem Programm. Spätestens Anfang Dezember steige ich dann wieder ein ein regelmäßiges Training ein.

Immer im Herbst stelle ich für ein paar Wochen die Laufschuhe oder mein Rad in die Ecke und mache eine bewusste Sportpause.

Darum mache ich das – 5 Gründe für eine Saisonpause

#1 Eine Pause für den Körper

Die regelmäßige Pause ist ein Puzzleteil, warum ich in all den Jahren ohne größere Verletzungen meinem Sport nachgehen konnte. Kein Ermüdungsbruch, keine Sehnenreizung, kein Läuferknie und auch kein Schienbeinkantensyndrom wie es unter aktiven Sportlern nicht selten vorkommt.

Speziell bei einseitig belastenden Sportarten, wie es zum Beispiel das Laufen ist, gibt es zwangsläufig das eine oder andere Wehwehchen. Mit einer Sportpause gibst du dem Körper Zeit, sich zu regenerieren und auch die kleinen Zipperlein endlich einmal zu beseitigen.

#2 Eine Pause für den Kopf

Ich weiß nicht wie es dir geht, aber in Zeiten intensiven Trainings ist Sport einer der Hauptschwerpunkte in meinem Leben.

Neben meinem anstrengenden Job als Führungskraft und den privaten Verpflichtungen gilt es in Hochzeiten das Training zusätzlich unterzubringen. Bei aller Routine beim regelmäßigen Sport ist intensives Training immer auch ein zusätzlicher Stressfaktor in deinem Leben.

Natürlich ist Stress grundsätzlich erst einmal nicht unbedingt pauschal schlecht. Er wird nur immer so dargestellt. Sport ist positiver Stress und für mich ein zusätzlicher Antrieb. Ständiger Druck geht auf Dauer nicht gut und Wachstum entsteht durch den Wechsel aus An- und Entspannung. Nicht nur bei den Muskeln.

#3 Der Akku kann aufladen

Gönnst du dir eine Auszeit für deinen Körper und deinen Kopf, lädt dein Akku wieder auf. Es ist dein persönliches Energiemanagement.

Über die Jahre habe ich festgestellt, dass ein gutes Zeitmanagement eine wichtige Basis auch für den Sport ist. Doch der ständige Optimierungswahn hat auch Nachteile. Je besser du mit deiner Zeit umgehst, um so größer ist die Gefahr, dass du immer mehr in immer kürzerer Zeit erledigst.

Doch eines ist klar – jeder Mensch hat nicht nur begrenzt Zeit zur Verfügung, sondern vor allem auch begrenzt Energie. Und mit der Energie verhält es sich kurz- und auch langfristig wie mit deinem Sparbuch. Zahlst du regelmäßig ein, hast du auch die Möglichkeit, wieder etwa auszuzahlen ohne Schulden machen zu müssen.

Mehr über das Thema findest du hier: Energiemanagement statt Zeitmanagement

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#4 Gönne dem Schweinehund seine Zeit

Viele Jahre war ich unsportlich und lungerte am Abend unmotiviert auf der Couch herum. Mein Schweinehund war riesig und grinste mich jeden Abend fett und träge an.

Und dieser Schweinehund ist nie wirklich bei mir ausgezogen. Ich habe ihn nur gezähmt und aus der wilden Bestie wurde ein braver Schoßhund. In der Sportpause ist seine Zeit gekommen. Ganz bewusst darf er sich austoben und wir faulenzen gemeinsam.

Und das ganze ohne schlechtes Gewissen! Ja – in den paar sportfreien Wochen steigt auch das Gewicht um ein paar wenige Kilo. Mir ist das völlig egal, da es nur eine temporäre Phase ist. Schaut euch mal manchen Spitzensportler an, der im Winter immer einige Kilo zulegt. Das krasseste Beispiel war da vor vielen Jahren Jan Ullrich, der sich immer ein richtiges Bäuchlein anfraß.

Spätestens beim Wiedereinstieg sinkt auch wieder das Gewicht Denn das die Pause nur temporärer Natur ist, ist für mich sonnenklar.

#5 Neue Ideen entstehen bei Langweile

Die Zeit des sportlichen Müßiggangs ist auch eine Zeit, wo ich auf die vergangene Saison zurück blicke. Anhand meines Trainingstagebuchs werte ich das Sportjahr aus und sehe, was gut und schlecht lief.

Dieses Zurückblicken in Verbindung mit der Pause schafft mir den Raum, um neue Ziel zu finden. Eine erste grobe Planung des kommenden Sportjahres erfolgt bei mir in der Saisonpause. Aber nicht nur sportliche Ziele werden geboren – die besten Ideen entstehen oft in den langweiligsten Momenten. So plane ich seit dem, nächstes Jahr für 4 Wochen nach Neuseeland zu fahren.

Viele Sportler machen dagegen jedes Jahr das gleiche. Die gleichen Wettkämpfe, das gleiche Training und nach wenigen Jahren verlieren sie die Lust am Sport. Die Sportpause sorgt bei mir dafür, dass die Glut neu entfacht wird und so das Feuer wieder brennt. So behalte ich auch langfristig meine Motivation für Sport.

Was tun in der Sportpause?

Wenn dein Leben aus Haushalt, Arbeiten und Sport besteht, kann es schon mal sein, dass dir bei einer Pause langweilig wird. Nicht wenige Sportler haben in ihrer Rastlosigkeit vor dieser Entschleunigung Angst. Dabei muss eine Pause nicht zwangsläufig Langeweile bedeuten.

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Was also tun, wenn man plötzlich viel mehr Freizeit hat? Bei mir ganz klar im Fokus – Zeit für Freunde. Jetzt ist die Zeit gekommen, sich endlich mal wieder mit Freunden und Bekannten zu verabreden. Und das ohne schlechtes Gewissen, dass dadurch eine Trainingseinheit entfallen muss.

Ich kümmere mich natürlich auch mehr um meinen Blog – spinne neue Ideen wie meinen ersten Online-Kurs oder den Adventskalender, den es hier bald wieder gibt.

Hier ein paar weitere Vorschläge für deine Sportpause:

  • Erfülle jetzt die Wünsche deiner Partnerin / deines Partners.
  • Lese mal wieder ein gutes Buch.
  • Wann warst du das letzte Mal wandern?
  • Die Zeit für Sauna und Wellness ist jetzt!
  • Faulenze einmal so richtig – man kann auch mal einen Tag im Bett verbringen.
  • Ist dein TV auch meistens aus – dann ist jetzt die Zeit, ihn mal zu reaktivieren.
  • Versuche doch mal etwas neues aus – schon mal Yoga, Pilates oder TRX ausprobiert?
  • Wie wäre es mit einem Ausflug oder einem Wochenendtrip?
  • Und was machst du am liebsten in der Saisonpause? Schreibe es in den Kommentaren…

Sportpause heißt nicht Winterschlaf

Meine Saisonpause bedeutet übrigens nicht, dass ich unbedingt nichts tue. Wenn mein Geist und mein Körper nach Bewegung schreit, dann erhöre ich den Rufen. Doch ganz bewusst auf Sparflamme und möglichst mit Alternativsport. So war ich diesen Herbst bei Traumwetter regelmäßig in den Bergen wandern. Anstrengend ist das in jedem Fall!

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Anderes Beispiel – wenn ich sonst nach einem anstrengenden Bürotag voller Sitz(ung)en meine Joggingschuhe zum Ausgleich schnüre, mache ich jetzt lieber einen Spaziergang.

Viele Hobbysportler – besonders die, die noch am Anfang stehen – haben Panik, dass sie in der Sportpause ihre Leistungsfähigkeit einbüßen und der erneute Einstieg wieder so schwer wie ganz am Anfang wird.

Und richtig, die Wochen der Pause sind deiner Form natürlich nicht zuträglich, deiner Leistungsfähigkeit dagegen schon. Muskeln und auch die Ausdauer haben eine Art Memory-Effekt und sie werden nach dem Wiedereinstieg schnell wieder aktiviert. Die Angst ist also unbegründet.

Im übrigen – für Spitzensportler ist eine Saisonpause ganz normal und zwingend notwendig – so sollte es auch für Hobbysportler sein. Meine Gründe habe ich dir genannt. Zusammen fassen kann man es in einem Satz:

Ich mache eine Sportpause aus Achtsamkeit mir selbst gegenüber.

Wie schaut es bei dir aus? Gönnst du dir eine Sportpause oder trainierst du das ganze JahrSchreib deine Meinung in den Kommentar – ich freue mich auf eine rege Diskussion. Meine Bloggerkollegin Din von EisWürfelImSchuh berichtet in diesem lesenswerten Artikel von ihrer Saisonpause.

Ach übrigens – ich wünsche dir mehr Zeit für Sport in deinem Leben.

Dein Torsten…

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Über den Autor: Torsten Pretzsch

Torsten ist 2008 von der Couch aufgestanden, um ein sportlicheres Leben zu führen. Begonnen mit einer Laufrunde von nur 15 Minuten lief er Jahre später Marathon und absolvierte einen Ironman.

Als Teamleiter und Projektmanager war dieser Weg nur durch gutes Selbstmanagement möglich.

Hier im Blog unterstützt er dich, endlich mehr Sport zu machen. Mehr über Torsten…

Und das meinen die Leser:

Im Blog von Torsten habe ich mich so manches Mal wieder erkannt und konnte so einige Fehler vom Anfang beseitigen. Sie sind echt sehr hilfreich und kommen super rüber, eben locker flockig und lesen sich echt klasse. Ich verschlinge sie jedes Mal. So hat mich das Lauffieber noch mehr gepackt .

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Susann Wüstenberg
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10 Kommentare

  1. Hallo,

    Danke für deinen Artikel. Es ist interessant zu lesen. Ich habe 15 Jahre lang Leichtathletik gemacht (Sprint) und bin seit 3 Jahren nun auf Längeres (10km) gewechselt.

    Ansich hatte ich mir nach dem Rennen letztes Wochenende (neue PB auf 10 km) gesagt, es wäre gut eine Pause zu machen. Andererseits bin ich momentan ziemlich motiviert, keine Ahnung warum. Es steht keine Rennen momentan auf dem Programm.

    Jetzt weiss ich nicht so richtig ob ich viel pausen soll oder nicht. Meine Beine fühlen sich ansich noch gut an 🙂

    Im Juni und Juli hatte ich nur jeweils ca. 90 km/ Monat gemacht, wegen Hochzeit usw..Vorher so zwischen 150 und 180 km/Monat, von August bis jetzt dann wieder 180.

    Ich denke ich werde weitermachen bis Neujahr und wenn im Januar 2-3 Wochen Schnee liegt meine Pause machen. Da ist die Motivation dann sowieso nicht hoch.

    🙂

    • Hallo FG,

      probiere es doch einfach mal aus – ob im November, Dezember oder Januar ist erst einmal unerheblich.
      Wichtig ist, dass nicht eine Krankheit dich zur Pause zwingst, sondern du sie ganz bewusst tust.

      Wie geschrieben – langfristig sehe ich hier nur Vorteile.

      Viel Spaß dabei
      Viele grüße
      Torsten

  2. Ich kann dir bei diesem Beitrag nur voll und ganz zustimmen. Eine sehr übersichtliche Zusammenfassung für ein wichtiges Thema. Leider beuten viele Sportler ihren Körper sehr aus. Eine Pause finde ich wie du ebenso entscheidend für den Körper wie für den Kopf. Dann lass uns anschließend wieder gut in die neue Saison mit viel Kraft, Motivation und Inspiration starten.

    Vielen lieben Dank für die Verlinkung meines Beitrages.

  3. Toller Bericht und einfach wahr! Egal ob für Läufer oder andere Sportarten, welche man intensiv betreibt.
    Ein „kleiner“ Urlaub für Körper und Seele!
    Liebe Grüße,
    Sandra

  4. Wie wahr.
    Eine Trainingspause, Offsaison oder wie immer man es bezeichnet ist absolut notwendig.
    Aber wie auch Dir bereits aufgefallen ist, kann ich ebenfalls berichten, dass eine längere Pause, damit meine ich mindestens 3-4 Wochen unter HobbyläuferInnen nur selten eingehalten wird, geschweige denn, darüber geredet wird.
    Ich befinde mich dzt. auch gerade in einer Trainingspause.
    Laufe nur nach Lust und Laune, d.h. wenn ich laufe, dann jedenfalls nicht auf Asphalt, ohne Zeit- und Distanzdruck und an irgendwelchen Tagen, an denen es mir einfach Spaß macht.
    Ob ich 1x oder 3x in der Woche laufen gehe, mache ich von meiner Laune abhängig.
    Ich laufe seit 3 Jahren und bereite mich teilw. doch recht intensiv auf Wettbewerbe vor (4-5 Einheite/Woche bis zu 60-70 Km) Aber ich war noch nie verletzt, deshalb behaupte ich mal, dass ich von Grund auf mal mit einem robustem Körper ausgestattet wurde. Die Bewegungspause tut sicherlich meinem Körper gut, aber viel mehr, meinem Kopf !!!

    Eine absolute Bewegungspause würde ich für mich aber nicht aushalten. Bedingt durch meinen Bürojob muss ich in irgendeiner Form (Bewegungs-)Ausgleich finden.

    Lieben Gruß
    Susanne

    • Hallo Susanne,

      danke für den tollen Kommentar! Also so ganz ohne Bewegung geht es bei mir auch nicht. War die letzten Wochen am Wochenende viel in den Bergen wandern. Das ist selbst als durchaus trainierter Sportler nicht unanstrengend. Heute abend ist es aber vorbei mit der völligen Pause und ich starte langsam wieder durch.

      Und wie du es sagst – die Pause ist vor allem für den Kopf!

      Viele Grüße
      Torsten

  5. Ich als Anfänger stehe nach meiner ersten Saison vor der Trainings-Pause, „verordnet“ durch meinen erfahrenen Laufpartner. Ich bin gespannt wie es wird und habe doch Sorgen vor dem Wiedereinstieg 🙂
    Der letzte Lauf ist am 14.12. und dann ist 3 Wochen Ruhe angesagt. Ich hoffe die Tipps umsetzen zu können.
    LG Jessica

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